Eine Boeing 747 der Lufthansa hebt vom Frankfurter Flughafen ab (Archivbild) | Bildquelle: dpa

Aus für den Jumbo-Jet Boeing baut keine 747 mehr

Stand: 29.07.2020 15:34 Uhr

Nicht erst seit Beginn der Corona-Krise sinkt der Bedarf an großen Passagierflugzeugen. Dem Aus für den Airbus-Riesenflieger A380 folgt nun das Ende für Boeings 747. In zwei Jahren soll der letzte Jumbo produziert werden.

Der US-Flugzeugbauer Boeing stellt in zwei Jahren die Produktion seines Großraumflugzeugs Jumbo Jet 747 ein. Die Herstellung werde 2022 auslaufen, teilte der Konzern mit. Die Boeing 747 mit dem charakteristischen Buckel war 1970 in Betrieb genommen worden und lange Zeit das größte Passagierflugzeug der Welt. In der Maschine finden mehr als 600 Menschen Platz.

Für viele Fluggesellschaften sind so große Flugzeuge allerdings angesichts des hohen Treibstoffverbrauchs nicht mehr rentabel. Sie setzen auf kleinere Maschinen, die ihnen mehr Flexibilität verschaffen. Der Boeing-Konkurrent Airbus hatte im Februar 2019 das Aus für seinen Riesenflieger A380 verkündet, der die Boeing 747 als größtes Passagierflugzeug der Welt abgelöst hatte. Der europäische Flugzeugbauer hatte damit die Konsequenzen aus der fehlenden Nachfrage nach dem doppelstöckigen Riesenjet gezogen.

Eine Boeing 747 startet zum erfolgreichen ersten Probeflug von Paine Field im US-Bundesstaat Washington aus. (Archivbild) | Bildquelle: dpa
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Die erste Boeing 747 startete im Februar 1969 zum erfolgreichen Probeflug von Paine Field im US-Bundesstaat Washington aus. Für viele Piloten, Passagiere und Flugzeugfans, galt sie als die "Königin der Lüfte". Nach mehr als 50 Jahren hat Boeing das Aus verkündet.

Milliardenverlust durch Corona-Krise

Boeing verwies auch auf den massiven Rückgang des Flugverkehrs infolge der Coronavirus-Pandemie - und die langfristigen Auswirkungen der Krise auf die Luftfahrt.

Im abgelaufenen Quartal verbuchte der Konzern einen höheren Verlust als befürchtet. Unter dem Strich stand ein Verlust von rund 2,4 Milliarden US-Dollar (etwa zwei Milliarden Euro), nachdem das Flugverbot für den Mittelstreckenjet 737 Max ein Jahr zuvor bereits ein Minus von 2,9 Milliarden Dollar verursacht hatte. Damit fiel der neuerliche Verlust in etwa doppelt so hoch aus wie von Analysten erwartet.

Jetzt will Boeing die Produktion seiner Langstreckenjets noch weiter zurückfahren. So sollen im kommenden Jahr monatlich nur noch sechs Exemplare des Langstreckenjets 787 "Dreamliner" fertiggestellt werden. Die Produktion der noch größeren Boeing 777 und ihrer Neuauflage 777X soll auf zwei Maschinen pro Monat sinken. Die Auslieferung der ersten 777X erwartet Boeing erst im Jahr 2022. Die Produktion der 737 Max, deren Wiederzulassung das Management bald erwartet, fährt derzeit erst langsam wieder hoch.

Boeing: Produktion vom „Jumbo“ 747 wird eingestellt
Katrin Brand, ARD Washington
29.07.2020 16:52 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 29. Juli 2020 um 15:45 Uhr.

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