Ein Mechaniker untersucht die Unterseite einer Boeing 737 Max | Bildquelle: AP

Neue Probleme für Boeing Fremdkörper in 737-Max-Tanks entdeckt

Stand: 19.02.2020 07:20 Uhr

Die Serie von Problemen bei Boeings 737 Max reißt nicht ab: In den Tanks einiger auf Halde produzierter Jets wurden Fremdkörper entdeckt. Folgen für die Wiedereinführung seien aber nicht zu erwarten, so der Konzern.

Zu Hunderten stehen die fertig produzierten Jets derzeit auf Abstellflächen - bereit für eine Zulassung nach dem Ende des Flugverbots. Wann die US-Luftfahrtbehörde FAA diese Erlaubnis erteilen wird, ist aber weiterhin offen. Nun sorgt Boeings Problemflieger 737 Max für weitere Schlagzeilen.

Wie der angeschlagene Konzern mitteilte, wurden während der Wartungsarbeiten in den Treibstofftanks einiger zwischengelagerter Maschinen Fremdkörper gefunden. Dies habe zu einer umfassenden internen Untersuchung und sofortigen Korrekturen im Produktionssystem geführt, teilte der Airbus-Konkurrent mit.

"Absolut inakzeptabel"

In einem Memo an die Mitarbeiter bezeichnete Boeings 737-Produktionsmanager Mark Jenks den Fund der Teile in den Tanks als "absolut inakzeptabel". Die gefundenen Teile wurden als "foreign object debris" bezeichnet - demnach könnte es sich um Unrat wie Reste von Bauteilen oder von Arbeitern zurückgelassene Werkzeuge handeln. Dieses Problem hatte Boeing in der Vergangenheit schon bei anderen Modellen wie dem Tankflugzeug KC-46.

Geparkte Flugzeuge des Typs Boeing 737 Max im US-Bundesstaat Washington. | Bildquelle: REUTERS
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Geparkte Flugzeuge des Typs Boeing 737 Max im US-Bundesstaat Washington.

Berichte über solche Produktionsmängel hatten den Flugzeugbauer im vergangenen Jahr auch schon hinsichtlich des Langstreckenjets 787 Dreamliner unter Druck gebracht. So berichtete die "New York Times" von Sicherheitsrisiken im Boeing-Werk in North Charleston. Auch hier sollen Fremdkörper in Flugzeugen gefunden worden seien.

So seien etwa Metallspäne nicht ordentlich beseitigt und defekte Teile in den Fliegern installiert worden. Die Zeitung berief sich auf Hunderte Seiten an internen E-Mails, Dokumente des Unternehmens und Unterlagen von Behörden sowie Interviews mit über einem Dutzend Mitarbeitern. Boeing hatte die Vorwürfe damals allerdings entschieden zurückgewiesen.

Boeing erwartet Zulassung Mitte 2020

Trotz des neuen Rückschlags rechnet der Konzern nach eigenen Angaben weiter damit, dass die 737 Max Mitte des Jahres wieder für den Flugbetrieb zugelassen wird. Im Werk in Renton nahe Seattle seien bereits neue Arbeitsabläufe mit aktualisierten Instruktionen und zusätzlichen Prüfungen eingeführt worden, um das Problem abzustellen.

Die 737 ist Boeings bestverkaufter Flugzeugtyp. Das Modell 737 Max darf aber seit Mitte März 2019 wegen der Abstürze mit insgesamt 346 Toten nicht mehr abheben. Als entscheidende Ursache der Unglücke gilt eine fehlerhafte Steuerungsautomatik der Flugzeuge. Dieses Problem hatte Boeing eigentlich längst per Software-Update behoben haben wollen, doch die Freigabe durch die Aufsichtsbehörden liegt noch immer nicht vor.

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Torsten Teichmann, ARD Washington
19.02.2020 08:21 Uhr

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Dieser Beitrag lief am 19. Februar 2020 um 06:00 Uhr im Deutschlandfunk.

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