Boeing-Mitarbeiter arbeiten in Renton, Washington, an einer 737 NG.  | Bildquelle: REUTERS

Nach tödlichem Zwischenfall Boeing bessert 737-Triebwerke nach

Stand: 20.11.2019 11:48 Uhr

Im April 2018 brach das Schaufelblatt einer Boeing-Turbine, eine Passagierin starb an den Folgen. Jetzt zieht der US-Konzern Konsequenzen - und kündigte an, Tausende Maschinen des Typs 737 NG zu überarbeiten.

Der Flugzeugbauer Boeing will nach einem tödlichen Zwischenfall bei seinem Mittelstreckenjet 737 NG die Triebwerke von Tausenden Maschinen in aller Welt überarbeiten. Er folgt damit einer Empfehlung der US-amerikanischen Verkehrsaufsichtsbehörde NTSB.

Die hatte Boeing geraten, die vordere Verkleidung der Turbinen so zu verändern, dass gebrochene Teile aus dem Inneren nicht mehr nach außen geschleudert werden können. Weltweit könnten davon rund 7000 Flugzeuge betroffen sein.

April 2018: eine Tote nach Turbinenschaden

Bei dem Unfall einer Maschine der US-Fluggesellschaft Southwest Airlines im April 2018 war ein Schaufelblatt einer Turbine gebrochen, Teile des Triebwerks trafen den Flugzeugrumpf. Eine Passagierin wurde fast aus dem Fenster gerissen und starb später an ihren Verletzungen. Weitere Menschen kamen mit leichten Verletzungen davon. Die Piloten konnten die Maschine in Philadelphia notlanden.

Die NTSB kann Boeing die Maßnahmen nicht direkt vorschreiben. Stattdessen riet sie der US-Flugaufsicht FAA, den Konzern zu entsprechenden Verbesserungen bei noch zu bauenden Jets zu verpflichten. Betroffenen Fluggesellschaften solle eine Nachrüstung vorgeschrieben werden. Hinweise gingen auch an die europäische Flugaufsicht EASA.

Triebwerke nicht das einzige Problem der 737 NG

Die Triebwerke des Flugzeugtyps stammen vom Hersteller CFM International, einem Gemeinschaftsunternehmen des US-Konzerns General Electric und des französischen Unternehmens Safran. Die Boeing 737 NG (Next Generation) ist die Vorgängerin der Neuauflage 737 Max.

Vom Flugverbot für die 737 Max, die seit März nach zwei Abstürzen weltweit am Boden bleiben muss, ist sie nicht betroffen. Allerdings machte zuletzt auch die 737 NG Probleme. An mehreren Maschinen wurden Haarrisse an der Stelle entdeckt, an der die Tragflächen am Rumpf befestigt sind.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. November 2019 um 12:00 Uhr.

Darstellung: