Hinweise für Bahnreisende werden im Hauptbahnhof angezeigt. | Bildquelle: dpa

Wenn der Zug nicht hält Meistens ist die Bahn selbst schuld

Stand: 16.03.2019 11:31 Uhr

Wenn der Zug nicht nur verspätet kommt, sondern gar nicht hält, lag das im vergangenen Jahr meistens an der Bahn selbst. Und es gibt Bahnhöfe, an denen das besonders oft passiert. Zum Beispiel in Frankfurt am Main.

Knapp jeder 40. Fernzughalt ist im vergangenen Jahr ausgefallen, das waren 2,4 Prozent aller Halte. Meistens gibt es dafür hausgemachte Gründe bei der Deutschen Bahn.

Das geht aus Antworten auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag hervor. "Insgesamt sind externe Gründe für mehr als ein Drittel aller Haltausfälle verantwortlich", erklärte der Bahnbeauftragte des Bundes, Enak Ferlemann, in einem Schreiben.

28 verschiedene Ursachen

Die Ursachen sind vielfältig. Insgesamt 28 verschiedene Gründe nennt Ferlemann unter Berufung auf das Unternehmen. Mal gibt es Probleme beim Personal, dann ist die Oberleitung nicht in Ordnung, dann bringt eine Baustelle den Fahrplan durcheinander.

Es gibt aber auch eine Reihe von Störungen, für die die Bahn nichts kann: Gegenstände auf Gleisen, Böschungsbrände, Vandalismus. Auch wenn die Polizei Kinder oder Brombeerpflücker von den Gleisen holen muss, kann das dazu führen, dass die Fahrgäste am nächsten Bahnhof vergeblich warten.

Wichtigster Grund für ersatzlose Ausfälle sind technische Probleme mit den Zügen. Zweithäufigste Ursache ist das Wetter. Es folgen Umleitungen und Fahrplanänderungen, zum Beispiel wenn sich Verspätungen auf der Strecke häufen. Dann kann es auch vorkommen, dass ein ICE früher wendet und den eigentlichen Zielbahnhof nicht mehr anfährt - um auf der Rückfahrt wieder pünktlich zu sein.

"Großes Ärgernis für alle Kunden"

Am häufigsten betroffen war 2018 der Hauptbahnhof Frankfurt am Main, gefolgt vom Frankfurter Flughafen, Köln, Düsseldorf, Duisburg, Essen und Hamburg. "Dies ist ein großes Ärgernis für die Kunden", sagte Grünen-Chefin Annalena Baerbock. Die Abgeordnete war nach eigenen Angaben im November selbst betroffen: Ihr ICE fuhr demnach in Berlin-Spandau durch - während Baerbocks Töchter am Bahnsteig warteten.

Die Bahn versucht, die Ausfallrate unter anderem mit Investitionen in Personal, Digitalisierung, Züge und ins Schienennetz zu reduzieren. Baerbock forderte die Bahn auf, ihre Konzerntöchter Schenker und Arriva zu verkaufen. "Mit diesem Geld gehören dann kaputte Loks und Wagen sowie das schlechte Reagieren auf die Witterungsbedingungen hoffentlich der Vergangenheit an", sagte sie dem "Spiegel".

Reisende gehen am Hauptbahnhof München über eine Plattform. (Archivbild) | Bildquelle: dpa
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Warten auf den Zug. Manchmal ist das auch vergeblich.

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