ICE der Deutschen Bahn | Bildquelle: dpa

Finanzierung offen Bahn will digital werden

Stand: 19.09.2018 13:41 Uhr

Die Bahn will ihr Netz auf digitale Technik umstellen, um ohne den Bau neuer Gleise die Kapazität zu steigern. Die Bundesregierung unterstützt das Projekt "digitale Schiene" grundsätzlich. Ganz billig wäre es aber nicht.

Die Deutsche Bahn will ihr Schienennetz auf eine digitale Leittechnik umstellen. Ein Gutachten im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums empfiehlt fünf Projekte, mit denen die Bahn in den Jahren 2020 bis 2025 beginnen sollte.

Ziel ist es, ohne den Bau neuer Gleise die Kapazität auf den Strecken um bis zu 20 Prozent zu steigern. Dies solle mit Hilfe der europäischen Leit- und Sicherungstechnik ETCS und mit digitalen Stellwerken gelingen. Personen- und Güterzüge könnten dann in dichterer Folge fahren als bisher, so der Befund.

Bei den fünf ausgewählten Projekten wäre die Entlastungswirkung besonders groß, heißt es in der Studie. Genannt wurden die Schnellfahrstrecken Köln-Frankfurt und Dortmund-Hannover sowie die Trasse von Magdeburg ins sächsische Knappenrode an der Grenze zu Polen. Außerdem sollten die Güterverkehrkorridore von der Nordsee und der Ostsee mit ETCS an die Trasse Berlin-Erfurt angebunden und im Süden dann bis zum Brenner im österreichisch-italienischen Grenzgebiet weitergeführt werden. Schließlich könnte die Stuttgarter S-Bahn ergänzend zum Projekt "Stuttgart 21" ebenfalls mit der europäischen Leit- und Sicherungstechnik ausgestattet werden.

Die Leistelle der Bahn - hier wird der Ersatzfahrplan während des Streiks geplant.
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Die Entlastung durch ein digitales Leitsystem wird als besonders groß eingeschätzt.

Bund unterstützt Projekt

Die Bundesregierung signalisierte ihre grundsätzliche Bereitschaft, das Programm zu unterstützen. Zu Finanzierung gibt es aber noch keine Festlegung.

Die Kosten für die ETCS-Ausrüstung der ersten fünf Projekte sollen sich nach Berechnung der Unternehmensberatung McKinsey auf 1,7 Milliarden Euro belaufen. Um in den nächsten 20 Jahren das komplette Netz und die Züge auf ETCS umzustellen, wären nach Einschätzung der Gutachter 28 Milliarden Euro nötig.

Bahn-Infrastruktur-Vorstand Ronald Pofalla bezeichnete die digitalen Technologien als "zentralen Schlüssel für Kundenfreundlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit des Sektors". So ließen sich "mehr Kapazität, bessere Qualität und höhere Effizienz" schaffen.

Über dieses Thema berichtete B5 aktzuell am 19. September 2018 um 10:40 Uhr.

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