Arbeit für Flüchtlinge: Eritreischer Flüchtling im Praktikum in einem Autohaus | Bildquelle: picture alliance / dpa

Fünf Jahre nach der Ankunft Hälfte der Flüchtlinge hat einen Job

Stand: 04.02.2020 13:12 Uhr

Fast die Hälfte der Flüchtlinge, die in den Jahren 2013 bis 2016 nach Deutschland gekommen sind, hat inzwischen Arbeit gefunden. Das belegt eine aktuelle Studie. Damit stehen sie besser da als Geflüchtete früherer Jahre.

Etwa jeder zweite Flüchtling hat spätestens fünf Jahre nach seiner Ankunft in Deutschland einen Arbeitsplatz. Dies gilt für Migranten, die von 2013 bis 2016 in die Bundesrepublik gekommen sind, wie das Forschungsinstitut IAB der Bundesagentur für Arbeit mitteilte.

Die Integration auf dem Arbeitsmarkt sei damit etwas schneller gelungen als bei jenen Menschen, die in Folge der Jugoslawien-Kriege ab den 1990er-Jahren zugezogen seien. Von diesen seien nach fünf Jahren 44 Prozent erwerbstätig gewesen.

Bedingungen sind derzeit günstig

Damals waren zwar die Voraussetzungen hinsichtlich Sprache, Bildung und Ausbildung günstiger als bei den in jüngerer Zeit Geflüchteten, heißt es in der Studie. Dafür seien derzeit die Arbeitslosigkeit wesentlich niedriger und das Beschäftigungswachstum deutlich höher.

"Zudem wird seit 2015 deutlich mehr in Sprach- und andere Integrationsprogramme für Asylbewerber und anerkannte Geflüchtete investiert, als es damals der Fall war", erklärten die Wissenschaftler.

Nach der Studie gehen 68 Prozent der erwerbstätigen Geflüchteten einer Vollzeit- oder Teilzeitbeschäftigung nach. 17 Prozent machten eine bezahlte Ausbildung, drei Prozent absolvierten ein bezahltes Praktikum und zwölf Prozent seien geringfügig beschäftigt.

Großes Gefälle zwischen Männern und Frauen

Allerdings besteht zwischen Männern und Frauen ein erhebliches Gefälle: Fünf Jahre nach dem Zuzug seien 57 Prozent der Männer, aber nur 29 Prozent der Frauen erwerbstätig. Dabei spiele die Familienkonstellation und die Betreuungssituation von Kindern eine große Rolle. "Insbesondere Frauen mit Kleinkindern sind nur zu sehr geringen Anteilen erwerbstätig", so die Studie.

8000 Flüchtlinge befragt

Für die Studie hatten die Wissenschaftler eine Befragung ausgewertet, die das Forschungszentrum des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und das Sozio-oekonomischen Panel am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) gemeinsam organisieren.

Die repräsentative Wiederholungsbefragung bezieht Geflüchtete ein, die in den Jahren 2013 bis 2016 nach Deutschland gekommen waren. Insgesamt wurden den Angaben zufolge bisher etwa 8000 Geflüchtete befragt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 04. Februar 2020 um 13:00 Uhr.

Darstellung: