Schuhe von Gucci

Streit um Fake-Produkte Gucci-Konzern verklagt Alibaba

Stand: 18.05.2015 11:03 Uhr

Europäische Luxusartikel gelten in China als Statussymbol - und werden in riesigen Mengen kopiert. Nun verklagt die Gucci-Mutter den Internetriesen Alibaba. Der Vorwurf: Das Unternehmen dulde auf seinen Websites Fake-Produkte.

Von Markus Rimmele, ARD-Hörfunkstudio Shanghai

Der französische Luxuskonzern Kering hat Alibaba verklagt. Das Mutterunternehmen von Marken wie Gucci, Yves Saint Laurent oder Puma wirft dem chinesischen Internethändler den Verkauf von Fake-Produkten vor.

Markus Rimmele ARD-Studio Shanghai

Alibaba fördere wissentlich den Verkauf gefälschter Artikel auf seinen Plattformen und profitiere davon, heißt es laut "Wall Street Journal" in der Klagebegründung. Der Konzern lasse auf seinen Websites sogar Händler gewähren, die offen angäben, dass sie Fakes verkauften. Alibaba wies die Vorwürfe als unbegründet zurück und verwies auf Erfolge im Kampf gegen gefälschte Produkte.

Es ist schon die zweite Klage der Gucci-Mutter gegen Alibaba. Bereits im vergangenen Jahr war der französische Luxusmode-Konzern rechtlich gegen die Chinesen vorgegangen, zog die Klage dann aber mit Blick auf eine außergerichtliche Einigung zurück. Das Unternehmen ist offenbar unzufrieden mit den Ergebnissen seither.

Schuhe von Gucci

Echt: Auf einer Modenschau in Mailand präsentiert ein Model eine Gucci-Kollektion.

Hauptsache, das Logo stimmt

Alibaba betreibt verschiedene Online-Shopping-Plattformen. Hunderttausende Einzelhändler verkaufen dort ihre Produkte. Seit langem sieht sich das Unternehmen dem Vorwurf ausgesetzt, gefälschte Ware auf seinen Seiten zu dulden. Selbst die chinesische Regierung hat Alibaba in einem Bericht beschuldigt, nicht ausreichend gegen Fälscher vorzugehen. Für Alibaba steht die Glaubwürdigkeit bei den Investoren auf dem Spiel. Der Börsengang des Unternehmens im vergangenen September war der bislang größte in der Geschichte.

Luxusartikel von Marken wie Gucci, Louis Vuitton oder Prada werden in China in großen Mengen kopiert und verkauft. Die Logos der Edelfirmen gelten als Statussymbole.