Zuschauer beobachten und filmen einen Airbus A380 bei der Farnborough International Airshow. (Juli 2016) | Bildquelle: dpa

Zu wenige Kunden Airbus beendet A380-Produktion

Stand: 14.02.2019 07:11 Uhr

Aus für das größte Passagierflugzeug der Welt: Airbus stellt die Produktion des A380 ein. Die letzte Auslieferung sei 2021 geplant, teilte der Konzern mit. Tausende Arbeitsplätze sind betroffen - auch in Deutschland.

Airbus beendet die Produktion seines Sorgenkinds A380. Nachdem die arabische Fluggesellschaft Emirates ihre Bestellung reduziert habe, gebe es keine Grundlage mehr für eine Fortsetzung der Produktion, teilte der Luftfahrtkonzern mit.

Die letzte Auslieferung für den A380 sei für 2021 geplant. In den vergangenen Jahren hatte kaum noch eine Fluggesellschaft den Riesenflieger geordert. Airbus drohten die Bestellungen auszugehen. Der Konzern fuhr die Jahresproduktion zuletzt daher von zeitweise bis zu 30 Maschinen auf nur noch sechs Exemplare zurück.

Bis 2021 sollen noch 17 A380 ausgeliefert werden: 14 für die Fluggesellschaft Emirates, drei für die japanische ANA.

"Die heutige Ankündigung ist schmerzlich für uns und für die A380-Communities weltweit", teilte Airbus-Konzernchef Tom Enders mit. Der Passagierjet werde aber noch viele Jahre eingesetzt werden. "Selbstverständlich werden wir die Betreiber der A380 auch weiterhin uneingeschränkt unterstützen", versicherte er.

Tausende Arbeitsplätze betroffen

Airbus kündigte für die kommenden Wochen Gespräche mit der Arbeitnehmerseite an. Das Ende des A380-Programm betreffe 3000 bis 3500 Stellen. Nach Darstellung des Unternehmens wird es zahlreiche Möglichkeiten für interne Stellenwechsel geben. Teile der A380-Serie werden an Airbus-Standorten in Deutschland gefertigt - darunter Hamburg, Bremen, Stade und Augsburg.

Die Entscheidung ist ein Rückschlag für den europäischen Konzern. Dieser hatte den A380 entwickelt, um die Boeing-Maschinen der Reihe 747 ausstechen und den Flugverkehr revolutionieren zu können. Stattdessen gab es kaum Bestellungen - auch, weil die riesigen Flugzeuge neue Start- und Landebahnen sowie umgebaute Terminals an Flughäfen erforderten. Vielen Fluglinien ist der A380 zu groß und verbraucht zu viel Treibstoff - das ist nicht wirtschaftlich, besonders wenn der Riesenjet nicht voll besetzt ist.

Ein Airbus A380 der Fluggesellschaft Emirates, mit Sitz in den Vereinigten Arabischen Emiraten, startet am Flughafen in München | Bildquelle: dpa
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Der A380 war als große Airbus-Hoffnung gestartet - vielen Fluglinien ist der Betrieb schlichtweg zu teuer.

Qantas stornierte Bestellung

Die größte A380-Kundin, die arabische Fluggesellschaft Emirates, habe beschlossen, die A380-Bestellungen von 162 auf 123 Maschinen zu reduzieren, so Airbus.

Stattdessen setzt die arabische Fluglinie auf kleinere Airbus-Modelle. Man werde 40 A330 und 30 A350 kaufen, kündigte Emirates an. Das Geschäft habe ein Auftragsvolumen von rund 21,4 Milliarden Dollar.

Vor rund einer Woche hatte die australische Fluggesellschaft Qantas die Bestellung von acht A380-Passagiermaschinen zurückgezogen. Der Auftrag stammte aus dem Jahr 2006 und hatte bereits seit längerer Zeit auf der Kippe gestanden. Qantas hat derzeit zwölf Maschinen des Typs A380 in Betrieb, des größten Passagierflugzeugs der Welt.

Insgesamt macht Airbus aber gute Geschäfte. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz auf 63,7 Milliarden Euro, wie der Flugzeughersteller mitteilte. Unter dem Strich blieb demnach ein Gewinn von 3,05 Milliarden Euro.

Airbus: Letzter A380 rollt 2021 vom Band
Marcel Wagner, ARD Paris
14.02.2019 06:58 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 14. Februar 2019 NDR Info um 06:38 Uhr und die tagesschau um 09:00 Uhr.

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