Eine Frau arbeitet in Homeoffice. | dpa

Arbeiten im Homeoffice Heil rückt von Rechtsanspruch ab

Stand: 14.11.2020 08:41 Uhr

Arbeitsminister Heil hat der Union einen Kompromiss vorgeschlagen: Er will nicht mehr einen Rechtsanspruch auf 24 Tage Homeoffice im Jahr durchdrücken. Stattdessen sollen Arbeitgeber Konditionen mit ihren Angestellten aushandeln.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil geht bei seinen Plänen für einen Rechtsanspruch auf Homeoffice auf die Union zu. Das bestätigte ein Sprecher dem ARD-Hauptstadtstudio.

Heil sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, er plädiere dafür, zumindest einen modernen Rahmen für mobile Arbeit zu beschließen. "Es geht mir darum, dass wir weiterkommen." Er wolle den Beschäftigten rechtlich den Rücken stärken, die mobil arbeiten wollten, sagte der SPD-Politiker.

Absprachen mit Arbeitgeber

Konkret will der Minister demnach, dass Arbeitnehmer das Recht auf ein Gespräch mit ihrem Arbeitgeber zum Thema Homeoffice bekommen. "Der Arbeitgeber darf den Wunsch dann nicht einfach so vom Tisch wischen, sondern muss gut begründen, warum es mit dem mobilen Arbeiten aus betrieblichen Gründen nicht geht." 

"Mobile Arbeit darf nicht krank machen", sagte Heil. Deshalb sollte der Arbeitgeber mit den Beschäftigten beispielsweise über ergonomische Fragen, Pausen und auch psychische Belastungen sprechen. Mit dieser Änderung komme er der Union "weit entgegen", sagte Heil. "Wenn sie guten Willens ist, können wir rasch ein Gesetz machen. Ich will, dass das noch in diesem Jahr gelingt. Denn das schafft endlich Rechtssicherheit für Arbeitgeber und Arbeitnehmer."

Mehrheit will im Homeoffice arbeiten

Heil hatte Anfang Oktober seine Pläne für einen Rechtsanspruch auf Homeoffice vorgelegt. Kritik kam vom Koalitionspartner Union und aus der Wirtschaft. Aus Sicht der Union muss dies nicht zwingend per Gesetz geregelt werden, sondern vor Ort von den Arbeitgebern.

In der Coronavirus-Krise haben viele Arbeitnehmer ihren Arbeitsplatz nach Hause verlegt. Einer Befragung zufolge wollen rund zwei Drittel auch nach der Krise einige Tage pro Woche im Homeoffice arbeiten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 14. November 2020 um 09:50 Uhr.

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KOMMENTARE

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hesta15 14.11.2020 • 16:25 Uhr

um 15:53 von Peter Meffert

Wenn H.Heil Homeoffice zur Pflichtveranstaltung hätte machen wollen, hätten Sie Recht. Er wollte aber den AN, die das möchten, für 24 (!) Tage im Jahr die Möglichkeit geben, das auch zu tun (RechtsANSPRUCH, nicht Pflicht!). Offensichtlich wollen oder könne viele Kommentatoren das nicht begreifen, dass es hier nicht um eine Pflicht zum HO geht. Aber wenn man auf die SPD einhacken kann, verstehen manche gern mal etwas falsch...Ich glaube übrigens nicht, dass es viele AN in Verhältnissen, die Sie oben beschreiben, geben wird, die HO beantragen würden. ------------ Da kommt es auf die Betrachtungsweise an. Wenn der Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch hat, wird es für den Arbeitgeber zu Pflicht.