Beinahe-Zusammenstoß zweier Kriegsschiffe im Pazifik | Bildquelle: dpa

Russland und USA Streit nach Beinahe-Kollision

Stand: 08.06.2019 09:44 Uhr

Im Pazifik hat es einen Beinahe-Zusammenstoß eines russischen mit einem amerikanischen Kriegsschiff gegeben. Die Flotten machen sich gegenseitig für den Vorfall verantwortlich.

Russland und die USA haben sich nach einer Beinahe-Kollision zweier Kriegsschiffe im Ostchinesischen Meer gegenseitig gefährliche Manöver vorgeworfen. Viktor Krawtschenko, ehemaliger Generalstabschef der russischen Marine, warf den USA "Rowdytum" vor, wie die russische Nachrichtenagentur Interfax meldete. Der kommissarische US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan sagte vor Reportern, die USA wollten offiziell Protest einlegen.

Bis auf 50 Meter genähert

Die russische Pazifikflotte hatte zuvor mitgeteilt, dem U-Boot-Zerstörer "Admiral Winogradow" sei von der "USS Chancellorsville" der Weg abgeschnitten worden. Die "Admiral Winogradow" habe ein Notfallmanöver einleiten müssen, um einen Zusammenstoß zu vermeiden. Die beiden Schiffe hätten sich einander bis auf 50 Meter genähert.

Die Siebte Flotte der US-Marine erklärte dagegen, Grund für den Beinahe-Zusammenstoß sei ein "gefährliches und unprofessionelles" Manöver des russischen Schiffes gewesen. Es habe von hinten kommend stark beschleunigt und habe so den US-Lenkwaffenkreuzer und seine Besatzung in Gefahr gebracht. Shanahan sagte, der Zwischenfall werde "uns nicht von unseren Aktionen abhalten".

Beinahe-Kollision im Pazifik | Bildquelle: AFP
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Die USA und Russland werfen sich nach der Beinahe-Kollision gegenseitig "Rowdytum" vor.

Ein Vertreter der US-Marine teilte mit, ein Hubschrauber habe gerade auf der "Chancellorsville" landen wollen, als es zu dem Zwischenfall gekommen sei. Während einer derartigen Übung müsse ein Schiff mit gleichbleibender Geschwindigkeit fahren und dürfe nicht das Tempo drosseln. Der Helikopter habe das Manöver abgebrochen, nachdem sich das russische Schiff genähert habe. Nach internationalen Schifffahrtsregeln sei ein Schiff, das ein anderes überhole, für dessen Sicherheit verantwortlich.

Die US-Marine veröffentlichte Fotos im Internet, die ein relativ gerades Kielwasser der "Chancellorsville" erkennen lassen, während das der "Admiral Winogradow" kurvenförmig verläuft - um zu zeigen, dass letztere den Kurs änderte.

Russische und US-Militärs beschuldigen sich regelmäßig gegenseitig, für gefährliche Flug- oder Schiffsmanöver verantwortlich zu sein. Das Verhältnis zwischen beiden Staaten ist stark angespannt, unter anderem wegen der russischen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim und der mutmaßlichen Einmischung Russlands in den US-Präsidentschaftswahlkampf.

Über dieses Thema berichtete SWR Aktuell Nachrichten am 08. Juni 2019 um 14:15 Uhr.

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