Vom Rauch umhüllter Berg im Yosemite-Nationalpark in den USA | imago images/ZUMA Wire

Rauchentwicklung nach Waldbränden Yosemite-Nationalpark macht dicht

Stand: 18.09.2020 13:33 Uhr

Ein weiteres Touristenziel in Kalifornien schließt infolge der Waldbrände: Ab sofort kann der Yosemite-Nationalpark im Sierra-Nevada-Gebirge wegen der starken Rauchentwicklung in der Umgebung nicht mehr besucht werden.

Der beliebte Yosemite-Nationalpark im kalifornischen Sierra-Nevada-Gebirge wird wegen Rauchs von Waldbränden in der Umgebung geschlossen. Die Parkregion werde für Besucher bis auf Weiteres geschlossen, gab die Verwaltung kurzfristig bekannt. Die Rauchbelastung habe gesundheitsschädliche Ausmaße erreicht, hieß es zur Begründung.

Seit Mitte August toben an der US-Westküste Dutzende Feuer. Wegen Waldbrandgefahr und Rauchbelastung waren schon Anfang September zahlreiche Nationalparks für Besucher gesperrt worden. Betroffen sind auch Touristenziele wie der für seine Mammutbäume bekannte Sequoia National Forest und das Gebiet um den Mount Whitney (4421 Meter).

Feuer im Yosemite-Nationalpark in den USA | imago images/ZUMA Wire

Feuer im Yosemite-Nationalpark in den USA Bild: imago images/ZUMA Wire

Schließung bereits im März wegen Corona-Pandemie

Der für seine Wasserfälle und imposanten Granitfelsen wie El Capitan und Half Dome bekannte Yosemite-Park lockt jährlich mehr als vier Millionen Besucher an. Zuletzt war die Touristenattraktion im März mit Beginn der Corona-Pandemie geschlossen worden. Die Maßnahmen waren erst im Juni gelockert worden. 2018 hatten schwere Waldbrände den Zugang zum Yosemite-Tal versperrt. Die mehrwöchige Schließung des Parks war damals vor allem wegen der starken Rauchbelastung notwendig.

Trockenheit durch Klimawandel erhöht Waldbrandgefahr

Die verheerenden Waldbrände im Westen der USA sind aus Sicht des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) auch eine Folge des menschengemachten Klimawandels. Dieser trage seit etwa 20 Jahren wesentlich dazu bei, dass Dürreflächen im Westen der USA zunehmen, sagte die Waldbrand-Expertin Kirsten Thonicke der Nachrichtenagentur dpa. Ein kleiner Funke und extreme Winde reichten schon aus, um Brände mit großem Zerstörungseffekt entstehen zu lassen.

Zur Einschätzung von US-Präsident Donald Trump, fehlerhaftes Forstmanagement sei die Hauptursache für die Waldbrände, sagte Thonicke: Kalifornien sei sehr erfahren im Legen kontrollierter Brände, um Totholz zu beseitigen und die Auswirkungen späterer Waldbrände zu mindern. Der Minderungseffekt sei aber in der jetzigen Extremsituation begrenzt. "Extrem hohe Winde in einem gebirgigen Gelände, das von der Dürre stark ausgetrocknet ist, wirken da einfach viel stärker. Und diese werden durch den Klimawandel häufiger und stärker, die Feuersaison dauert länger."

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 18. September 2020 um 11:00 Uhr.