Präsidentschaftskandidatin Zuzana Caputova | Bildquelle: AFP

Wahl in der Slowakei Das Ergebnis - "ein Ruf nach Veränderung"

Stand: 17.03.2019 13:38 Uhr

Liberal, ökologisch, pro-europäisch: Die Bürgerrechtlerin Caputová hat die erste Runde der slowakischen Präsidentschaftswahl klar gewonnen. Auch in der Stichwahl hat sie allerbeste Chancen.

Von Peter Lange, ARD-Studio Prag

Der Jubel wirkte noch etwas verhalten in der Wahlkampfzentrale der neuen Partei "Progressive Slowakei" - als ob sie die Zahlen noch nicht ganz glauben mochten, die da über den Bildschirm kamen. Auch Zuzana Caputová wirkte fast ein wenig unsicher, als sie auf die Bühne kam.

"Dieses Ergebnis signalisiert für mich einen Ruf nach Veränderung", sagte Caputová. "Mir scheint, die Wählerinnen und Wähler können sich einen Menschen als Präsidenten vorstellen, der vielleicht noch nicht lange in der Politik ist, aber eine andere Sicht auf die Realität und andere Ideen für Lösungen mitbringt."

Zuzana Caputová gewinnt erste Runde der Präsidentenwahl in der Slowakei
tagesschau 20:00 Uhr, 17.03.2019

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Gegenkandidat hofft auf Stimmen von Rechts

Vor vier Wochen lag die Rechtsanwältin in den Umfragen mit etwa zehn Prozent noch auf Platz vier. Ihre Kandidatur galt allenfalls als Etappe auf dem Weg ihrer Partei ins Parlament in einem Jahr. Nun hat sie in der ersten Runde 40,6 Prozent der Stimmen geholt. So etwas hat der Politikkommentator Marian Lesko noch nicht erlebt. "Ich kann mich nicht erinnern, dass die Unterstützung eines Kandidaten innerhalb von ein, zwei Wochen jemals so raketenhaft angestiegen wäre", sagt Lesko.

Caputová hat in 71 von 79 Bezirken gewonnen, ihr wichtigster Konkurrent Maros Sefcovic nur in sieben. Der Kandidat der linksgerichteten Smer kam auf 18,7 Prozent. Er will sich nun verstärkt um die Wähler der Rechten bemühen, deren Kandidaten nicht in die Stichwahl gekommen sind: Der umstrittene Richter Stefan Harabin erhielt 14,3, der Rechtsextremist Marian Kotleba 10,4 Prozent.

"Ich werde den Akzent stark auf die traditionellen christlichen Werte legen", kündigte Sefcovic an. "Für einen Großteil der Menschen in der Slowakei ist dies sehr wichtig. Ich selbst halte das wirklich für einen Zivilisationsanker unseres Volkes, unseres Landes."

Präsidentschaftskandidat Maros Sefcovic | Bildquelle: REUTERS
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Sefcovic liegt nach der ersten Runde deutlich hinten.

"Sefcovic müsste seine Zahlen verdoppeln"

Sefcovic muss gegenüber Caputová aufholen. Der Soziologe Martin Slosiarik bezweifelt, das ihm das gelingt. "Es ist wahrscheinlich, dass die Caputová-Wähler aus der ersten Runde auch zur Stichwahl kommen werden. Allein damit hat sie schon einen großen Vorsprung. Sefcovic müsste seine Zahlen verdoppeln."

Er hat dabei zwei Handicaps: Selbst bei vielen Smer-Anhängern gilt der parteilose Karriere-Diplomat als nicht überzeugende Notlösung. Ob ausgerechnet er die nationalistischen und extremistischen Wähler von Harabin und Kotleba überzeugen kann? "Er ist Vize-Chef der EU-Kommission, wirkt seit zehn Jahren in den Strukturen von Brüssel", sagt Lesko. "Ich weiß nicht, womit er diese anti-europäisch und anti-transatlantisch ausgerichteten Menschen überzeugen will."

Und dann ist da ja auch noch Caputová selbst. Diese Wahl hat gezeigt, dass sie auch bei Konservativen als vertrauenswürdig gilt. Selbst die unverhüllte Warnung aus der katholischen Kirche vor ihrer Wahl wegen ihrer Haltung zu homosexuellen Partnerschaften hat nicht recht gezogen. Eine Frau, dazu noch eine Liberale als Präsidentin der Slowakei erscheint seit gestern alles andere als undenkbar.

Präsidentenwahl Slowakei: Caputova auch für Stichwahl Favoritin
Peter Lange, Deutschlandfunk
17.03.2019 13:57 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 17. März 2019 die tagesschau um 13:15 Uhr und Deutschlandfunk um 13:21 Uhr in der Sendung "Informationen am Mittag".

Korrespondent

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