Eiszapfen in Geneva, Illinois | Bildquelle: AP

Nach Kältewelle in den USA Temperaturanstieg um bis zu 45 Grad

Stand: 02.02.2019 08:10 Uhr

Nach der Kältewelle können sich die Menschen in den USA auf mildere Temperaturen einstellen. Teilweise geht es von minus 35 Grad auf plus zehn Grad. Der Grund: Der Polarwirbel zieht nach Kanada weiter.

Die Kältewelle im Norden der USA hat laut amerikanischen Medien mehr als 20 Menschen das Leben gekostet. Todesfälle wurden aus acht US-Staaten gemeldet, außerdem Hunderte Verletzungen.

Behörden machten die extremen Temperaturen unter anderem für den Tod eines 18-jährigen Studenten in Iowa verantwortlich. Er war bewusstlos auf dem Campusgelände gefunden worden und später im Krankenhaus gestorben. Eine 90-jährige Frau in Michigan starb an Unterkühlung, nachdem sie sich beim Füttern von Vögeln aus ihrem Haus ausgeschlossen hatte. Manche starben in nicht beheizten Häusern.

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Arktische Kälte überzieht Mittleren Westen der USA

Blick auf die Skyline von Chicago

Der Mittlere Westen der USA wird von einer Kältewelle mit Südpol-Temperaturen erfasst. Die Menschen in Chicago im Bundesstaat Illinois müssten sich auf Rekordtemperaturen von minus 33 Grad Celsius einstellen - das sei kälter als in Teilen der Antarktis, sagte CNN-Meteorologe Dave Hennen. | Bildquelle: KAMIL KRZACZYNSKI/EPA-EFE/REX

Temperaturen steigen

Nun könnte ein rasanter Temperaturanstieg für Entspannung sorgen. Teilweise sind nun frühlingshafte Temperaturen angekündigt. Am Wochenende soll das Thermometer unter anderem in der Gegend von Chicago auf knapp unter 20 Grad steigen. In Rockford Illinois ist ein Temperaturanstieg um 45 Grad Celsius angesagt - von minus 35 Grad auf zehn Grad über Null.

Der US-Wetterdienst teilte mit, die "lebensbedrohlichen" arktischen Luftmassen, die in den vergangenen Tagen Teile der USA beherrschten, sollten aus dem Nordosten des Landes abziehen. Nach dem kurzen Wärmeschub könnten die Werte in den Tagen darauf aber in manchen Landesteilen wieder unterhalb des Gefrierpunktes sinken.

In vielen Städten werden durch die großen Temperaturschwankungen Probleme wie berstende Versorgungsleitungen, Schlaglöcher in den Straßen und instabile Brücken befürchtet. Gegenden, die im Sommer von verheerenden Waldbränden betroffen waren, drohen nun Überflutungen.

Kanada muss weiter bibbern

In Kanada bleibt es dagegen kalt. "Die Temperaturen fallen weiter, es wärmt sich nicht auf", berichtet Meteorologe Phil Darlington im Sender Global News. "Wenn ich Ihnen die Werte für Sonntag, Montag, Dienstag und die ganze kommende Woche zeige - tja, dann dürfte ich wohl böse E-Mails bekommen." Er rechnet mit Winterstürmen und bis zu 50 Zentimetern Neuschnee.

Minus 37 Grad beispielsweise könnte das Thermometer in Fort McMurray anzeigen - in Verbindung mit dem Wind dürfte sich das noch deutlich kälter anfühlen. Experten erwarten, dass sich der so genannte Polarwirbel, der zuletzt Teile der USA förmlich lahmgelegt hat, zwar von dort zurückzieht aber damit nach Norden bewegt – also nach Kanada.

Eigentlich kreist diese arktische Luft um den Nordpol. Manche Wissenschaftler, wie etwa Konrad Gajewski, Professor an der Uni von Ottawa, rechnen künftig mit mehr solcher Abweichungen. Die Klimaerwärmung lasse arktisches Eis schmelzen - das wiederum könne Auswirkungen auf den Polarwirbel haben. Auswirkungen, die zur Wochenmitte Winnipeg in der Provinz Manitoba bereits erlebt hat: Temperaturen von gefühlt bis zu minus 50 Grad , zeitweise eisiger als Sibirien.

Mit Informationen von Kai Clement, ARD-Studio New York

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 01. Februar 2019 um 14:00 Uhr und Deutschlandfunk Kultur am 02. Februar 2019 um 07:24 Uhr.

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