US-Soldaten sind von der Taille abwärts in Uniformen zu sehen, eienr hält mehrere US-Flaggen in der Hand. | Bildquelle: AFP

Konflikt mit dem Iran USA entsenden Soldaten in Nahen Osten

Stand: 24.05.2019 20:51 Uhr

Im Streit mit dem Iran rüsten die USA auf: 1500 zusätzliche Soldaten sollen in den Nahen Osten geschickt werden, um die Truppen dort zu schützen. Angriffe von und auf den Iran schloss US-Präsident Trump aber aus.

Nur einen T ag, nachdem US-Präsident Donald Trump nochmals betont hatte, trotz anhaltender Spannungen mit dem Iran keine Soldaten in den Nahen Osten entsenden zu wollen, folgte nun die Kehrtwende: Sowohl der geschäftsführende US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan als auch Trump selbst bestätigten, dass 1500 Soldaten in die Region geschickt werden sollen.

Die zusätzlichen Soldaten sollen den Schutz der bereits im Nahen Osten stationierten Truppen verbessern, betonte Shanahan. Er sprach von einer "anhaltenden Bedrohung", die von dem Iran ausgehe. Derzeit sind im Nahen und Mittleren Osten zwischen 60.000 und 80.000 Soldaten stationiert.

Patrick Shanahan, designierter Verteidigungsminister der USA | Bildquelle: REUTERS
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Laut dem designierten US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan sollen die zusätzlichen Soldaten nur zum Schutz dienen.

Auch Ausrüstung soll entsendet werden

Zu den Soldaten, die nun entsendet werden sollen, zählen ein Bataillon, dass für den Betrieb eines Patriot-Raketenabwehrsystems zuständig sein soll sowie Pioniere, die für den Schutz der Truppen sorgen sollen. Außerdem sollen laut Pentagon auch Aufklärungsflugzeuge eine eine Staffel Kampfflugzeuge in den Nahen Osten geschickt werden. Bereits Anfang Mai hatten die USA einen Flugzeugträger, eine Bomberstaffel und eine Luftabwehrbatterie in die Golfregion verlegt.

Auch Trump griff den Iran erneut an und wiederholte seinen Vorwurf, die Nation würde "Terror auf der ganzen Welt" verbreiten. Gleichzeitig betonte Trump aber: "Ich denke nicht, dass der Iran kämpfen will. Und ich denke sicher nicht, dass sie mit uns kämpfen wollen."

Trump droht mit dem "Ende des Iran"

Der Ton zwischen der US-Regierung und dem Iran hatte sich in den vergangenen Wochen abermals verschärft. Vor einigen Tagen twitterte Trump noch: "Wenn der Iran kämpfen will, wird dies das offizielle Ende des Iran sein. Bedroht nie wieder die USA." In seinen Aussagen, ob zusätzliche Militärkräfte eingesetzt werden sollen, war Trump bislang aber geschwankt.

Im vergangenen Mai hatten die USA das 2015 zwischen den fünf UN-Vetomächten, Deutschland und dem Iran geschlossene Atomabkommen einseitig aufgekündigt. Fast genau ein Jahr später, Anfang dieses Monats, verkündete auch der Iran den Teilausstieg aus dem Abkommen. Als Folge hatten die USA wiederholt immer schärfere Sanktionen gegen den Iran verhängt, die das Land vor allem wirtschaftlich schwächen sollen.

Die EU steht weiterhin zu dem Abkommen und versucht, es zu retten. Zuletzt hatte es Berichte gegeben, die Bundesregierung wolle nun offenbar eine Vermittlerrolle einnehmen und Gespräche im Iran führen.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 24. Mai 2019 um 21:45 Uhr.

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