US-Abgeordnete Ocasio-Cortez, Omar und Stevens vor dem US-Kongress | Bildquelle: AFP

US-Demokraten und Trump Eher links oder eher Mitte?

Stand: 20.01.2019 10:48 Uhr

Weiblicher, jünger, vielfältiger: Die US-Demokraten haben sich gewandelt. Und erste Präsidentschaftskandidaten positionieren sich. Doch wie die Partei 2020 Trump schlagen könnte, weiß sie noch nicht.

Von Martina Buttler, ARD-Studio Washington

Zwei Jahre Donald Trump - das sind zwei Jahre der Suche nach Antworten bei den Demokraten. Die Partei ist weiblicher, jünger und vielfältiger geworden. Die neuen Gesichter bewegen die USA und vor allem die Demokraten, weil sie häufig politisch eher links stehen. So wie Shootingstar Alexandria Ocasio-Cortez. Mit 29 Jahren ist sie die jüngste Abgeordnete im Repräsentantenhaus.

Was im Kongress gerade geschehe, sagt sie, repräsentiere nicht, was jeden Tag auf der Straße los ist. "Wegen dieser Regierung und der Bedeutung, die Geld bekommen hat, müssen wir jetzt alle mitziehen und für unsere Demokratie kämpfen." Sie nutzt Twitter effektiv und bringt das nun auch ihren Kollegen bei.

Abgeordnete Ocasio-Cortez (r.) und Lee (l.) machen ein Selfie bei der ersten Sitzung des neuen US-Repräsentantenhauses. | Bildquelle: REUTERS
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Keine Scheu vor Twitter & Co.: neue Abgeordnete Ocasio-Cortez (r.) und Lee (l.) bei der ersten Sitzung des neuen Repräsentantenhauses.

Was Trump ausgelöst hat

Ocasio-Cortez ist eines der prominenten neuen Gesichter bei den Demokraten, die als Reaktion auf Trump überhaupt erst in die Politik gegangen sind. Das erklärt Michael Bland, der Wahlkampfmanager für Jahana Hayes war. Die erste schwarze Abgeordnete aus Connecticut ist auch eine der Neuen im Repräsentantenhaus.

Auch wenn viele Leute Trump hassen würden, sagt Bland, so sei er ihm, wenn überhaupt für das dankbar, was jetzt geschieht. Hayas jedenfalls, glaubt er, wäre "vor zwei Jahren, vor vier Jahren, vor zehn Jahren überhaupt nicht Kandidatin geworden".

 Links oder in der Mitte gewinnen?

Die Demokraten erfinden sich im Schatten des nächsten Wahlkampfs neu. Während die Partei noch um ihre Zukunft und die Inhalte ringt, eher links oder doch mehr in der Mitte, melden sich die ersten Kandidaten für die Präsidentschaftswahl 2020.

Etablierte Polit-Strategen wie der ehemalige Vize-Präsident Joe Biden rühren sich unterdessen noch nicht. Mit 76 gehört er nicht zu den jungen Wilden bei den Demokraten, aber er ist unter den Wählern ein absoluter Sympathieträger.

Genauso wie Beto O’Rourke. Der ist 46 und hat gerade in einem beachtlichen Senatsrennen knapp gegen den Republikaner Ted Cruz in Texas verloren. Viele sehen in ihm den neuen Hoffnungsträger.

Demokraten O'Rourke bei einer Wahlkampfveranstaltung in Austin (Texas). | Bildquelle: AP
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Dass er in Texas denkbar knapp scheiterte, wird dem Demokraten O'Rourke dennoch als Erfolg angerechnet.

Schärfere Auseinandersetzungen im "Haus"

Eines ist den Demokraten allerdings schon gelungen, indem sie die Mehrheit im Repräsentantenhaus erobert haben: Sie machen Trump das Regieren schwerer. Ilhan Omar, die erste Muslima mit Hijab im Abgeordnetenhaus, stellt wie viele ihrer Kollegen klar: Sie bewegen sich nicht auf Trump zu in Sachen Mauerbau.

Den Shutdown beenden, das sei Trumps Sache. "Das ist eine selbstgemachte Krise", stellt sie fest, "und der Präsident hat einen Wutanfall, weil er seine rassistische und fremdenfeindliche Mauer will".

 Die Frage ist, ob die Demokraten nach zwei Jahren des Durchrüttelns nun zusammenfinden und einig in den Präsidentschaftswahlkampf gehen. Denn der hat längst begonnen und ob die Demokraten hier erfolgreich sind, hängt in erster Linie von ihnen selbst ab.

Was haben die zwei Jahre Donald Trump mit den Demokraten gemacht?
Martina Buttler, ARD Washington
20.01.2019 10:31 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 21. Januar 2019 um 10:20 Uhr.

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