Russlands Präsident Wladimir Putin mit Verteidigungsminister Sergej Schoigu. | Bildquelle: REUTERS

Überlebende U-Boot-Unglück wird Staatsgeheimnis

Stand: 03.07.2019 16:29 Uhr

Nach dem Unglück auf einem russischen U-Boot hat der Kreml zumindest einen Teil der Erkenntnisse als "Staatsgeheimnis" eingestuft. Bestätigt wurde allerdings, dass es Überlebende der Havarie gibt.

Nach einem Unglück auf einem russischen U-Boot will Moskau nicht alle Informationen zu dem Unglück öffentlich machen. Ein Teil der Erkenntnisse über den Brand an Bord seien als Staatsgeheimnis eingestuft, stellte der Kreml klar. "Sie fallen in die Kategorie absolut geheimer Daten", sagte Sprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax. Es sei "vollkommen normal", dass solche Informationen nicht öffentlich gemacht würden, sagte er mit Verweis auf die "Gesetzgebung der Russischen Föderation". 

Bislang machten die russischen Behörden nur wenige Angaben zu dem Vorfall. Das Verteidigungsministerium hatte erst am Tag danach darüber informiert. Bekannt gemacht wurde, dass 14 Besatzungsmitglieder bei einem Feuer während einer Forschungsfahrt in tiefen Gewässern starben. Die Männer seien an giftigen Gasen erstickt, hieß es.

Verteidigungsminister Sergej Schoigu bestätigte nun beim Besuch eines Stützpunkts der russischen Nordflotte in Seweromorsk, wo sich jetzt das U-Boot befindet, dass ein Teil der Besatzung gerettet worden sei. Nach Schoigus Angaben wurde verhindert, dass sich der Brand weiter ausbreiten konnte, indem eine Luke geschlossen worden sei. Die Besatzung habe heldenhaft gehandelt und zuerst einen zivilen Spezialisten in Sicherheit gebracht. Wie viele Menschen an Bord waren, sagte der Minister nicht.

Dem Verteidigungsministerium zufolge war das Tiefsee-U-Boot auf einer Mission zur Erforschung des Meeresbodens unterwegs. 

Die Marinebasis von Seweromorsk | Bildquelle: STR/EPA-EFE/REX
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Die Marinebasis von Seweromorsk

Die norwegische Strahlenschutzbehörde NRPA ist nach eigenen Angaben von Russland über eine Gasexplosion an Bord eines russischen U-Boots informiert worden. "Wir warten auf Informationen der russischen Seite, ob sich an Bord des U-Bootes ein Reaktor befand", sagte NRPA-Direktor Per Strand der AFP. Einen Anstieg der Radioaktivität in der betroffenen Region verzeichnete die Behörde aber nicht. Moskau dementierte allerdings die Angaben aus Norwegen. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, "keine Informationen über das russische Forschungs-Tiefsee-U-Boot" an Norwegen geschickt zu haben. 

14 Tote bei Brand eines russischen U-Bootes
nachtmagazin 00:30 Uhr, 02.07.2019, Ina Ruck, ARD Moskau

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Präsident Wladimir Putin hatte zuvor in einer gemeinsamen Fernsehansprache mit Schoigu von einem "großen Verlust für die Marine und die gesamte Armee" gesprochen.

Die schwerste Katastrophe mit einem russischen Atom-U-Boot ereignete sich im Jahr 2000, als die "Kursk" bei einer Übung in der Barentsee sank. Alle 118 Besatzungsmitglieder starben.

Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 02. Juli 2019 um 00:30 Uhr.

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