Trauerzug für General Soleimani in Teheran | Bildquelle: dpa

Iran trauert um Soleimani "Der Kampf geht ohne ihn weiter"

Stand: 06.01.2020 20:12 Uhr

Hunderttausende Iraner haben sich in Teheran versammelt, um Abschied von General Soleimani zu nehmen. Schon jetzt verehren sie den von den USA getöteten Kommandeur als "Märtyrer".

Hunderttausende Iraner haben in der Hauptstadt Teheran bei einer Trauerzeremonie Abschied von General Kassem Soleimani genommen, der bei einem US-Drohnenangriff getötet worden war. Staatlichen Medien zufolge geht die Zahl der Teilnehmer an den Feierlichkeiten in die Millionen.

Am frühen Morgen gab es an der Universität Teheran zunächst ein Leichengebet, dem Tausende beiwohnten. Auch die iranische Führung war anwesend: Präsident Hassan Rouhani, Außenminister Mohammad Javad Zarif und der oberste religiöse Führer, Ayatollah Ali Khamenei. Er betete am Sarg des Generals, dabei versagte ihm die Stimme. Im iranischen Staatsfernsehen war auch zu sehen, wie Chamenei vor der Menge Tränen vergoss.

Menschenmassen trauern um Soleimani
tagesthemen 23:15 Uhr, 06.01.2020, Oliver Mayer-Rüth, ARD Istanbul

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Auch Hamas-Anführer sieht ihn als "Märtyrer"

Als Hauptredner traten der Anführer der palästinensischen Hamas, Ismail Hanija, und Soleimanis Tochter Seinab auf. Sie drohte den Familien der US-Soldaten: "Die USA und die Zionisten sollen nicht denken, dass mit dem Tod meines Vaters der Kampf gegen sie unterbrochen ist", sagte sie. "Dieser geht auch ohne ihn weiter."

Hamas-Anführer Hanija wetterte nicht nur gegen die USA, sondern auch gegen Israel. "Ich betone, dass die Widerstandslinie im Land Palästina angesichts zionistischer Verschwörungen und amerikanischer Vorherrschaft in der Region niemals besiegt werden wird, nicht geschwächt wird bis zur Vertreibung der Besatzer von unserem Land, mit der Hilfe von Gott, dem Allmächtigen." Hanija bezeichnete Soleimani als großen Kommandeur und "Märtyrer".

Ein Feiertag für die Trauerfeier

Danach wurde Soleimanis Leiche zum Asadi-Platz im Westen Teherans transportiert. Entlang der fast drei Kilometer langen Strecke warteten Hunderttausende. Viele riefen antiamerikanische Parolen wie "Tod den USA". Die Regierung hatte den Tag in Teheran zum Feiertag erklärt, damit dort alle Menschen an der Zeremonie teilnehmen können. Überall waren Poster von Soleimani aufgestellt mit der Überschrift: "Du bist weg, aber Dein Weg wird weitergeführt.". 

Soleimani war in der Nacht zum Freitag bei einem US-Raketenangriff in der irakischen Hauptstadt Bagdad getötet worden. Er war der wichtigste Vertreter des iranischen Militärs im Ausland. Der Kommandeur der Al-Kuds-Einheit galt als Architekt der iranischen Militärpolitik in den Nachbarländern.

Soleimanis Leichnam soll von Teheran aus in die schiitische Hochburg Ghom gebracht werden. Auch dort ist eine Zeremonie vor einem Mausoleum geplant. Die Beisetzung Soleimanis findet voraussichtlich am Dienstag in seinem Geburtsort Kerman im Südostiran statt. Auch dort hat die Regierung den Dienstag zum örtlichen Feiertag erklärt.

Menschenmassen bei Trauerfeierlichkeiten im Iran
Karin Senz, ARD Istanbul
06.01.2020 17:43 Uhr

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Mit Informationen von Miriam Staber und Karin Senz, ARD-Studio Istanbul

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 06. Januar 2020 um 12:00 Uhr.

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