Flüchtlingsboot

Einsatz an vor über einem Jahr gesunkenem Kutter 675 Leichen aus Bootswrack geborgen

Stand: 14.07.2016 22:18 Uhr

Italienische Feuerwehrleute und Marineangehörige haben ihren Einsatz zur Bergung Hunderter Toter eines gesunkenen Flüchtlingsboot abgeschlossen. Nach Angaben der Marine wurden auf Sizilien 675 Leichen geborgen.

Die italienische Marine hat insgesamt 675 Leichen aus dem Wrack des Flüchtlingsbootes geborgen, das im April vergangenen Jahres im Mittelmeer gekentert war. Die Einsatzkräfte entdeckten 458 Tote im Frachtraum des Schiffes, wie die Marine zum Abschluss des Einsatzes bekanntgab.

Das Wrack war Anfang Juli vom Meeresgrund gehoben worden, nachdem es am 18. April 2015 vor der Küste Libyens gesunken war. 170 Leichen waren bereits direkt nach der Katastrophe geborgen worden, 28 Menschen überlebten.

Leichen in Sizilien obduziert

Italiens Regierungschef Matteo Renzi hatte nach dem Unglück angekündigt, das Wrack bergen zu lassen. Damit wollte er der ganzen Welt das Elend der Flüchtlinge vor Augen zu führen. Nun ist klar, dass mindestens 845 Menschen ums Leben kamen. Damit ist das Kentern des Bootes eines der bislang schwerwiegendsten Flüchtlingsunglücke im Mittelmeer.

Die Leichen, die mehr als ein Jahr in dem Schiff gelegen hatten, werden in Sizilien obduziert. Dort sollen möglichst viele der toten Flüchtlinge identifiziert werden.

Anhand persönlicher Gegenstände und Dokumente konnte bereits festgestellt werden, dass Menschen aus Äthiopien, Eritrea, Bangladesch, dem Sudan, Somalia, Mali, Gambia, dem Senegal, der Elfenbeinküste und Guinea an Bord waren. Unter den Toten waren nach Angaben der Marine auch einige Kinder.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 14. Juli 2016 um 22:15 Uhr.

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