Schwarze protestieren geben Polizeigewalt in El Cajon | Bildquelle: AP

Tod eines schwarzen Flüchtlings in El Cajon Protest nach tödlichen Polizeischüssen

Stand: 29.09.2016 05:37 Uhr

In den USA hat erneut ein Polizist einen unbewaffneten Schwarzen erschossen. Als der psychisch kranke Flüchtling eine E-Zigarette aus der Tasche zog, fielen die tödlichen Schüsse. Demonstranten protestierten gegen den neuen Fall von Polizeigewalt.

Erneut haben tödliche Schüsse von Polizisten auf einen Schwarzen für Proteste in den USA gesorgt. Mehr als 100 Menschen versammelten sich vor der Polizeiwache von El Cajon im Süden des US-Bundesstaats Kalifornien und riefen Parolen wie "Hände hoch, nicht schießen", "Keine Killer-Cops" oder "Das Leben von Schwarzen zählt". Die Demonstranten warfen den beteiligten Polizisten vor, die tödlichen Schüsse ungerechtfertigt und aus rassistischen Gründen abgegeben zu haben.

Das Opfer, ein 30-jähriger Flüchtling aus Uganda, war unbewaffnet, als es von einem Polizisten erschossen wurde. Die Schwester der Getöteten hatte die Sicherheitskräfte angerufen, weil der psychisch kranke Mann ziellos im Straßenverkehr heraumlaufe. Weil die Polizisten erst andere Notrufe bearbeiteten, trafen sie erst mehr als eine Stunde nach dem Anruf am Ort des Geschehens ein.

Szene eines Polizeieinsatzes in El Cajon | Bildquelle: AP
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Dieses Standbild aus einem Handyvideo veröffentlichte die Polizei nach den tödlichen Schüssen in El Cajon.

Tödliche Schüsse binnen einer Minute

Nach Polizeiangaben trafen die Beamten den Mann hinter einem Restaurant an. Sie hätten versucht, mit dem hin- und herlaufenden Mann zu sprechen, teilte die Polizei weiter mit. Dieser habe dann plötzlich einen "Gegenstand" aus seinen Hosentaschen gezogen und damit auf die Polizisten gedeutet. Dies habe ausgesehen, als ob er auf die Beamten habe schießen wollen. Einer der Polizisten habe daraufhin mit seiner Schusswaffe, der andere mit einem Taser auf den Mann gefeuert. Nach offiziellen Angaben fielen die tödlichen Schüsse innerhalb von einer Minute nach Ankunft der Beamten. Das Opfer sei unbewaffnet gewesen, teilte die Polizei später mit. Die vermeintliche Waffe, die den Polizisten zu den Schüssen veranlasst hatte, entpuppte sich laut offiziellen Angaben als elektrische Zigarette.

Der Tod von Schwarzen durch Polizeigewalt löste quer durch die USA in den vergangenen Jahren immer wieder teils gewalttätige Proteste aus. Zuletzt führte der Tod des 43-jährigen Keith Lamont Scott in Charlotte im Bundesstaat North Carolina zu gewalttätigen Unruhen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. September 2016 um 17:00 Uhr

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