Ein Tennisspiel | Bildquelle: REUTERS

Verdacht der Manipulation Wettskandal erschüttert Tennis-Szene

Stand: 10.01.2019 18:00 Uhr

Die spanische Polizei hat eine Betrügerbande überführt, die Profi-Tennisspiele manipuliert haben soll. 15 Verdächtige wurden festgenommen, gegen 68 weitere laufen Ermittlungen, darunter 28 Tennisspieler.

Von Oliver Neuroth, ARD-Studio Madrid

Es soll um Spielmanipulationen im großen Stil gehen: Die Rede ist von einem europaweiten Netzwerk, das von einer Gruppe Armenier gesteuert wurde. Sie sollen Tennisprofis Geld dafür geboten haben, dass ein Spiel ein bestimmtes Ergebnis bekommt - vor allem Partien der zweitklassigen Tourserien Challenger und ITF Futures. Auf die abgesprochenen Spielergebnisse wurden dann hohe Summen gewettet, an verschiedenen Orten weltweit.

28 Spieler im Visier

Die spanische Guardia Civil ermittelt gegen 83 Verdächtige, darunter 28 Profispieler - von denen einer an den US Open im vergangenen Jahr teilgenommen hatte. Bereits bei einer Razzia Ende Oktober nahmen die Beamten 15 mutmaßliche Beteiligte des Netzwerks fest, darunter auch den spanischen Tennis-Profi Marc Fornell: Er war laut Polizei der Verbindungsmann in Spanien zwischen den Drahtziehern des Betrugs und den Spielern. Die europäische Polizeibehörde Europol erklärte, die Betrüger hätten die Identitäten Tausender Bürger missbraucht, um Wetten auf die entsprechenden Spiele abzuschließen.

Bei elf Hausdurchsuchungen stellte die Polizei Bargeld in Höhe von fast 170.000 Euro sicher, außerdem Waffen, Computer, Kreditkarten und fünf Luxusautos. Mehr als 40 Bankkonten wurden gesperrt. Laut spanischer Polizei operierte die Betrügerbande mindestens seit Februar 2017 und ergaunerte sich womöglich mehrere Millionen Euro. Zu den Ermittlungen kam es durch eine Anzeige der Tennis Integrity Unit, die für die Untersuchung von Korruption im Profitennis zuständig ist. Sie hatte die Unregelmäßigkeiten festgestellt.

Betrug auf dem Tennisplatz: Spanische Polizei nimmt Verdächtige fest
Oliver Neuroth, ARD Madrid
10.01.2019 17:28 Uhr

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Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 10. Januar 2019 um 17:38 Uhr.

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