Satellitenaufnahme des Taifuns Hagibis | Bildquelle: NASA EARTH OBSERVATORY HANDOUT/E

Heftiger Regen und Sturm Taifun "Hagibis" trifft auf Land

Stand: 12.10.2019 16:18 Uhr

Der außergewöhnlich starke Taifun "Hagibis" hat die japanische Hauptinsel getroffen. Durch extreme Regenfälle gab es in vielen Gebieten Überflutungen und Erdrutsche. Zusätzlich erschütterte ein Erdbeben die betroffenen Regionen.

Der Taifun "Hagibis" hat Japan erreicht. Er traf südwestlich von Tokio in der Präfektur Shizuoka auf Land. Prognosen zufolge wird "Hagibis" der schlimmste Taifun in Japan seit sechs Jahrzehnten sein. Er brachte der Hauptstadt und deren Umland heftigen Wind und starken Regen.

Bereits vor dem Auftreffen des Sturms an Land war es durch Starkregen und heftige Winde zu Überflutungen und Schlammlawinen gekommen. Mehrere Häuser wurden zerstört. Ein Mensch wurde getötet und mehr als 30 wurden verletzt, vier von ihnen schwer. Bereits durch die ersten Ausläufer des Taifuns waren ein Mensch getötet und mehrere verletzt worden. 

Der Wirbelsturm ließ Flüsse im Großraum Tokio bedrohlich anschwellen. Rettungseinsätze wurden nach Einbruch der Dunkelheit deutlich erschwert. In der westlich der Hauptstadt gelegenen Stadt Gotemba stürzten zwei Männer in den durch Starkregen angeschwollenen Fluss. Einen der beiden konnte die Feuerwehr nach eigenen Angaben retten, den zweiten suchen die Einsatzkräfte noch.

Wellen infolge des Taifuns Hagibis | Bildquelle: FRANCK ROBICHON/EPA-EFE/REX
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Die Ausläufer des Taifuns hatten zuvor bereits Erdrutsche und Überschwemmungen verursacht.

Öffentliches Leben steht still

"Seien Sie vorbereitet auf Regen, wie Sie ihn noch nie erlebt haben", teilte Yasushi Kajihara von der japanischen Meteorologiebehörde im Vorfeld mit. "Ergreifen Sie alle Maßnahmen, um ihr Leben zu schützen." Es wurde erwartet, dass bis zu 550 Liter Regen je Quadratmeter fallen. Straßen und Bahnhöfe waren leer und Geschäfte geschlossen.

In manchen Geschäften der Hauptstadt waren Regale wie leergefegt, da sich viele Bewohner vorsichtshalber mit Wasser und Lebensmitteln eindeckten. Bahnbetreiber hatten rechtzeitig Einschränkungen des Verkehrs für das Wochenende im Westen und Osten einschließlich Tokio angekündigt.

Die Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA) strich sämtliche Inlandsflüge sowie die meisten internationalen Flüge von und zu den beiden Tokioter Flughäfen Haneda und Narita. Auch Japan Airlines (JAL) entschied, die meisten Flüge am Samstag zu streichen.

Taifun "Hagibis" verursacht schwere Schäden in Japan
tagesschau 20:00 Uhr, 12.10.2019, Katharina von Tschurtschenthaler

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Warnstufe inzwischen gesenkt

Aus Sorge vor den drohenden Auswirkungen des Taifuns findet zudem die Formel-1-Qualifikation zum Grand Prix von Japan erst am Rennsonntag statt. Alle für den Samstag auf dem Suzuka International Racing Course geplanten Aktivitäten wurden abgesagt. Auch zwei Spiele bei der laufenden Rugby-Weltmeisterschaft in Japan mussten abgesagt werden. Der Wirbelsturm soll sich laut der Vorhersagen der Behörden in der Nacht weiter Richtung Norden bewegen und am Sonntag abziehen.

Die Wetterbehörde hatte vor einer "schweren Katastrophe" durch "Hagibis" gewarnt, der Maximalgeschwindigkeiten von 216 Kilometern pro Stunde erzielte. Millionen Menschen wurden aufgerufen, ihre Häuser zu verlassen. Hunderttausende waren zwischenzeitlich von der Stromversorgung abgeschnitten. Die Regierung in Tokio wies alle zuständigen Ministerien an, notwendige Maßnahmen im Umgang mit den Folgen des Taifuns zu treffen.

Wegen der Gefahr durch den Regen in Folge des Taifuns hatten die Behörden für Tokio sowie sechs weitere Regionen erstmals die höchste Warnstufe ausgegeben. Inzwischen wurde die Intensität des Sturms allerdings von "sehr stark" auf "stark" herabgestuft.

Erdbeben der Stärke 5,7

Kurz bevor der Wirbelsturm, der in Japan schlicht Nummer 19 genannt wird, bei der Halbinsel Izu auf Land traf, wurde der Großraum Tokio am Abend zusätzlich von einem starken Erdbeben heimgesucht. Gefahr eines Tsunamis bestand jedoch nicht, wie die Meteorologische Behörde bekannt gab. Auch gab es keine Berichte über Verletzte in Folge der Erschütterung der Stärke 5,7.

Japan wird jährlich von rund 20 Taifunen heimgesucht. Tokio ist davon in der Regel jedoch nicht stark betroffen. Beim bisher schlimmsten Taifun im Jahr 1958 waren in der Region um Tokio mehr als 1200 Menschen ums Leben gekommen.

Japan im Auge eines heftigen Taifuns
Kathrin Erdmann, ARD Tokio
12.10.2019 11:58 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 12. Oktober 2019 um 17:00 Uhr.

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