Ein Demonstrant hält die sudanesische Flagge. | Bildquelle: REUTERS

Sudan Opposition lehnt Gesprächsangebot ab

Stand: 06.06.2019 03:07 Uhr

Bei dem gewaltsamen Vorgehen von Sicherheitskräften gegen Demonstranten im Sudan starben Dutzende Menschen. Nun will der Militärrat wieder mit der Opposition reden - doch die lehnt das Angebot ab.

Nach dem gewaltsamen Vorgehen der Sicherheitskräfte im Sudan gegen Demonstranten ist die Zahl der Todesopfer inzwischen auf rund 100 gestiegen. Das teilte eine Ärzteorganisation mit. Zuvor war die Rede von 60 Toten gewesen. Inzwischen seien etwa 40 weitere Leichen im Nil entdeckt worden.

Zudem seien mehr als 300 Menschen verletzt worden. Die genaue Zahl sei schwer festzustellen, da die Kommunikation mit Verletzten und Kliniken unter anderem durch das Abschalten des Internets in vielen Landesteilen sehr schwer sei. Angaben des Gesundheitsministeriums zufolge soll die Opferzahl der gewaltsamen Proteste dagegen bei 46 liegen.

Proteste im Sudan | Bildquelle: AFP
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Die Zahl der Opfer nach den gewalttätigen Auseinandersetzungen im Sudan steigt offenbar weiter.

Die Vereinten Nationen teilten mit, dass einige Mitarbeiter aus Khartum abgezogen würden. Alle UN-Programme im Sudan würden aber weiterlaufen.

Opposition lässt Militärs abblitzen

Die Militärführung im Sudan, die zunächst alle Verhandlungen über eine zivile Übergangsregierung aufgekündigt und alle Zugeständnisse zurückgenommen hatte, erklärte sich nach internationalem Druck doch bereit, ihre Gespräche mit der Opposition fortzusetzen. Der Sprecher des Militärrats sagte, Abdel Fattah Burhan, der militärische Übergangsrat sei ohne Vorbedingungen zu Verhandlungen mit anderen Gruppen bereit. Man tue dies im Interesse des Landes und wolle vermeiden, dass der Sudan im Chaos versinke.

Doch die sudanesische Opposition winkte ab. "Wir sehen keinen Weg zurück zu Verhandlungen" mit dem militärischen Übergangsrat, sagte Madani Abbas Madani, Sprecher einer oppositionellen Dachorganisation.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk24 am 06. Juni 2019 um 01:00 Uhr in den Nachrichten.

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