Start einer "Trident II"-Rakete von Bord eines U-Bootes. (Archiv, 4. Dezember 1989) | Bildquelle: AP

START-Abkommen tritt in Kraft Modernisierte Abschreckung

Stand: 05.02.2018 11:34 Uhr

Das START-Abkommen zwischen Russland und den USA tritt heute in seine nächste Phase. Eigentlich sollte es die Zahl der Atomwaffen reduzieren, doch beide Parteien scheinen inzwischen eher Aufrüstung als Abrüstung im Sinn zu haben.

Von Torsten Teichmann, ARD-Studio Washington

1393 Atomsprengköpfe zählt das Pentagon für stationierte US-Interkontinentalraketen, Raketen, die von U-Booten abgeschossen werden und Bomber, wie die B-52. Mit der Zahl liegen die USA unter der vereinbarten Obergrenze des neuen Abrüstungsabkommens START, das heute mit Russland in Kraft tritt.

Beide Staaten haben im Vorfeld 14.600 Hinweise über Ort, Transport und Aufstellung von strategischen Angriffswaffen ausgetauscht. In einer E-Mail lobt das US-Außenministerium die große Transparenz und Vorhersagbarkeit durch das Abkommen. Und dann kommt der entscheidende Satz: Die USA hätten dadurch die Möglichkeit ihre atomare Abschreckung zu modernisieren. 

Ein B-52-Bomber der US-Luftwaffe
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Ein B-52-Bomber der US-Luftwaffe

USA sehen sich von Russland herausgefordert

Nach Schätzungen des US-Kongress wird die Umrüstung 1,2 Billionen US-Dollar kosten – womöglich sogar mehr, schreibt die "New York Times". Teil der neuen US-Strategie, die am Freitag vorgestellt worden war, sollen neue taktische Atomwaffen sein, mit einer geringeren Sprengladung. Die Anhänger des Plans sagen, das US-Militär müsse sich der russischen Herausforderung stellen. Die Hinweise, dass Russland in neue Waffen investiert, seien unübersehbar.

Der neue Abrüstungsvertrag war noch von US-Präsident Barack Obama unterzeichnet worden. Seine Administration hatte damals geplant, langfristig auf weitere Atomwaffen zu verzichten, um das ultimative Ziel einer atomwaffenfreien Welt zu erreichen. Im Moment gilt das als fraglich. In sieben Jahren läuft das neue START-Abkommen aus. Niemand kann vorhersagen, ob sich beide Seiten bis dahin auf einen Anschlussvertrag einigen können.

Neues START-Abkommen mit Russland tritt in Kraft
Torsten Teichmann, ARD Washington
05.02.2018 12:57 Uhr

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Über dieses Thema berichtete MDR aktuell Radio am 05. Februar 2018 um 12:35 Uhr.

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