Schaulustige am Metropole Hotel in Hanoi. | Bildquelle: AP

Trump-Kim-Dinner in Hanoi USA schließen Reporter aus

Stand: 27.02.2019 20:34 Uhr

Das Weiße Haus hat mehrere Reporter von der Berichterstattung über das Dinner von Trump und Kim ausgeschlossen. Offenbar hatten die Journalisten Fragen gestellt - unter anderem zu den Vorwürfen von Trumps Ex-Anwalt Cohen.

Das US-Präsidialamt hat die Zahl der US-Journalisten eingeschränkt, die für die Berichterstattung zum Auftakt des Abendessens von US-Präsident Donald Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un in Hanoi zugelassen wurden. Die Korrespondentin des "Wall Street Journal", Vivian Salama, berichtete, sie sei die einzige Print-Journalistin aus dem Reporterpool gewesen, die anwesend sein durfte.

Der Korrespondent der "Los Angeles Times", Eli Stokols, schrieb auf Twitter, vier Print-Journalisten seien ausgeschlossen worden. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, ein eigener Journalist sei betroffen gewesen, aber auch Reporter der Agenturen Associated Press und Bloomberg .

Grund des Ausschlusses sind offenbar Fragen der Journalisten zu dem Gipfel der beiden Staatschefs und zur Anhörung von Trumps früherem Anwalt Michael Cohen vor einem Ausschuss des US-Repräsentantenhauses. Unter anderem wurde der US-Präsident vor dem Abendessen mit Kim nach einer Reaktion auf die Vorwürfe gefragt, die Cohen erhoben hatte. Trump hatte daraufhin lediglich den Kopf geschüttelt. Stokols warf dem Weißen Haus vor, die Reporter seien wegen ihrer Fragen "bestraft" worden.

Kritik von Nachrichtenagenturen

Die drei genannten Nachrichtenagenturen gehören zu dem sogenannten Pressepool des Weißen Hauses, der regelmäßig über US-Präsidenten berichtet - im In- wie im Ausland. Sowohl bei der Begrüßung von Trump und Kim wie auch bei einer weiteren Gelegenheit war der Pressepool anwesend. Nach der zweiten geplanten Begegnung von Trump, Kim und der Presse äußerte Trumps Pressesprecherin Sarah Sanders Reuters zufolge Bedenken zu den gestellten Fragen und erklärte, dass zu der dritten Möglichkeit nur noch Fotografen dürften. Nach dem Protest der Poolreporter ließ sie einen Text- und einen Radioreporter noch zu. Sie selbst teilte mit, "wegen des sensiblen Charakters der Treffen" sei der Reporterpool für den Auftakt des Essens auf eine kleinere Gruppe beschränkt worden.

Reuters äußerte sich besorgt über den Ausschluss ihres Reporters Jeff Mason und der anderen. "Wir halten es für unerlässlich, dass Regierungen es ermöglichen, mit ihren Vertretern zu reden, Fragen zu stellen und sie dafür verantwortlich zu machen", erklärte die Agentur. Associated Press teilte mit, es sei äußerst wichtig, dass jeder Präsident die Standards für Pressefreiheit hochhalte, nicht nur in den USA sondern insbesondere im Ausland.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 27. Februar 2019 um 21:00 Uhr.

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