Sicherheitskräfte vor dem Arc de Triumph. | Bildquelle: dpa

Anschlag in Paris Polizei sucht nach Hintermännern

Stand: 21.04.2017 19:11 Uhr

Nach dem Anschlag in Paris haben Ermittler den getöteten Angreifer identifiziert und drei Familienangehörige in Gewahrsam genommen. Auch außerhalb Frankreichs läuft die Suche nach möglichen Hintermännern. Es gibt Hinweise auf einen IS-Bezug der Tat.

Nach dem Anschlag in Paris fahndet die französische Polizei nach möglichen Hintermännern der Tat. Dabei nahm sie drei Familienangehörige des getöteten Attentäters in Gewahrsam. Ein anderer Gesuchter stellte sich im belgischen Antwerpen freiwillig den Behörden. Jedoch habe dieser keine Verbindung zu dem Anschlag, erklärte die belgische Staatsanwaltschaft.

Ein Sprecher des französischen Innenministeriums sagte dem Sender Europe 1, es werde nun geprüft, ob noch weitere Unterstützer an dem Anschlag beteiligt waren. Polizisten durchsuchten am frühen Freitagmorgen Objekte in einem östlichen Vorort von Paris, von wo der getötete erste Angreifer stammte.

Ermittlungen nach Anschlag in Paris
tagesschau 20:00 Uhr, 21.04.2017, Ellis Fröder, ARD Paris

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Staatsanwaltschaft identifiziert Täter

Die Staatsanwaltschaft erklärte, sie habe den Täter identifiziert. Es handelt sich um einen französischen Staatsbürger. Weitere Details zu seiner Person wollte die Behörde jedoch aus ermittlungstaktischen Gründen nicht nennen. Medien berichten, der Mann sei bereits 2005 zu einer fünfzehnjährigen Haftstrafe wegen versuchten Mordes verurteilt, jedoch vorzeitig entlassen worden. Vor zwei Monaten, am 23. Februar, wurde er wegen des Verdachts festgenommen, Polizisten töten zu wollen. Er wurde aber mangels Beweisen bald wieder freigelassen.

Am Donnerstag hatte der Mann auf den Champs-Elysées einen Polizisten getötet und zwei weitere Beamte verletzt. Wie das Auswärtige Amt mitteilte, wurde auch eine deutsche Touristin leicht verletzt. Die Frau habe sich zufällig am Tatort aufgehalten. Ihr Zustand sei stabil. Die Polizei erschoss den Angreifer.

Zettel mit IS-Bezug am Tatort gefunden

Der Pariser Staatsanwalt François Molins bestätigte, dass am Tatort ein handschriftlicher Zettel gefunden wurde, der vermutlich aus der Tasche des Angreifers gefallen sei. Darin werde der IS verteidigt. Die Terrormiliz hatte die Attacke für sich reklamiert. Bei dem Täter soll es sich nach Medienberichten um einen 39-Jährigen aus der östlich der Hauptstadt gelegenen Stadt Chelles handeln. Laut der dem IS nahestehenden Website Amaq soll der Täter "Abu Yussef der Belgier" sein. Die Bekennerbotschaft konnte nicht auf ihre Echtheit überprüft werden. Sie wurde aber über die Kanäle verbreitet, über die der IS in der Vergangenheit auch ähnliche Anschläge für sich beansprucht hat - etwa nach den Attacken in Ägypten oder London.

Ellis Fröder, ARD Paris, mit Hinblick auf die Wahl
tagesschau 20:00 Uhr, 21.04.2017

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Bei der Attacke, die aus einem Auto heraus verübt wurde, benutzte der Verdächtige laut Polizei eine automatische Waffe. Er habe damit auf Polizisten gezielt, die außerhalb eines Einkaufszentrums standen und die Gegend bewachten, sagte der Anti-Terror-Staatsanwalt François Molins. Zudem wurden Messer und eine Pump-Gun in dem Auto gefunden.

Beileidsbekundungen von Merkel und Trump

Kanzlerin Angela Merkel sprach Hollande ihr Beileid aus. Ihr Mitgefühl gelte den Opfern und ihren Familien. Auch US-Präsident Donald Trump sprach den Franzosen sein Mitgefühl aus. "Es sieht wie ein weiterer Terrorangriff aus", sagte er in Washington. "Es endet einfach nie." Die Öffentlichkeit müsse daher "stark" und "wachsam" sein, appellierte Trump.

Wahlkampfauftritte abgesagt

Die Bluttat belastet die Präsidentenwahl am Sonntag erheblich. Der konservative Kandidat François Fillon, die Rechtspopulistin Marine Le Pen und der unabhängige Emanuel Macron kündigten an, ihre Wahlkampfauftritte ausfallen zu lassen. In Frankreich sind vor der Wahl tausende Polizisten und Soldaten im Einsatz. Seit den islamistischen Anschlägen im November 2015 gilt der Ausnahmezustand. Bei Anschlägen 2015 und 2016 wurden insgesamt 238 Menschen getötet.

Um die Wahlen zu schützen, hat Frankreich seine Sicherheitskräfte vollständig mobilisiert, darunter alle Eliteeinheiten. In dem Land gilt seit den islamistischen Anschlägen im November 2015 der Ausnahmezustand. Erst zu Wochenbeginn hatten die französischen Behörden nach eigenen Angaben einen Anschlag vereitelt, der womöglich im Zusammenhang mit dem Wahlkampf stand. In Marseille wurden zwei "radikalisierte" Verdächtige festgenommen. Bei einer Wohnungsdurchsuchung wurden unter anderem Sprengstoff und Schusswaffen sowie eine IS-Flagge gefunden.

Wie sich der Anschlag auf den Wahlkampf auswirkt
S. Wachs, SR, zzt. ARD Paris
21.04.2017 16:22 Uhr

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Über dieses Thema berichtete das ARD-Morgenmagazin am 21. April 2017 um 06:38 Uhr. Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. April 2017 um 10:44 Uhr.

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