Feuer lodert aus einem Wohnhaus in Paris | Bildquelle: BENOIT MOSER/BSPP HANDOUT/EPA-EF

Brand in Paris "Das Feuer war überall"

Stand: 05.02.2019 14:21 Uhr

Bei einem verheerenden Brand in Paris sind zehn Menschen ums Leben gekommen. Das Feuer war in der Nacht in dem achtstöckigen Wohnhaus ausgebrochen. Eine 40-jährige Bewohnerin wurde festgenommen.

Von Barbara Kostolnik, ARD-Studio Paris

Flammen, die in den Nachthimmel lodern und Menschen, die aus dem Fenster nach Hilfe rufen. Andere klettern auf das Dach, um dem Feuer zu entkommen: schockierende Szenen in dem 16. Arrondissement im schicken Pariser Westen.

Menschen schrien am Fenster - ein Inferno

"Ich habe gesehen, wie Menschen von der Feuerwehr an der Hauswand herunter abgeseilt wurden", erzählt eine Augenzeugin. "Während die Flammen aus den Fenstern schlugen, das war wirklich ein Inferno, das Feuer war überall." Die Leute hätten an den Fenstern gestanden und geschrien. Die Feuerwehr habe einen tollen Job gemacht, sie hätten die ganze Nacht gearbeitet.

Über 250 Feuerwehrleute waren ununterbrochen damit beschäftigt, die Flammen unter Kontrolle zu bringen. Das war ein schwieriges Unterfangen, wie der herbeigeeilte Minister für die Stadtentwicklung und den Wohnungsbau, Julien Denormandie, bestätigte. Man müsse wissen, dass das Gebäude im Hinterhof sei. Dies bedeute, dass es für die Feuerwehr sehr schwierig gewesen sei, heranzukommen. Man brauchte Leitern, um zu löschen, und man musste sich von Etage zu Etage vorarbeiten. Es habe sich um einen sehr komplexen Einsatz gehandelt.

Blick auf ein brennendes Wohnhaus in Paris | Bildquelle: AFP
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Die Feuerwehr musste sich von Etage zu Etage vorarbeiten.

Bewohnerin ist festgenommen

Gegen Mitternacht war das Feuer bemerkt worden, es hatte sich vom zweiten Stock rasend schnell ausgebreitet. Über die Brandursache haben die Behörden noch keine Klarheit, wohl aber gibt es einen Verdacht. Das bestätigte der Pariser Staatsanwalt Rémy Heitz. Man habe sofort eine Untersuchung eingeleitet aufgrund des Verdachts von Brandstiftung mit Todesfolge. Eine Frau, die in dem Gebäude wohnt, sei vorläufig festgenommen worden. Sie sei 40 Jahre alt und habe offenbar schon länger psychische Probleme. Sie befände sich in Polizeigewahrsam.

Mehr wollte der Staatsanwalt dazu noch nicht sagen. Dafür sah sich der Wohnungsbauminister genötigt, klarzustellen, dass das Gebäude vor dem Brand in einem einwandfreien Zustand gewesen sei.Es sei nicht bekannt, dass das Gebäude baufällig oder in einem heruntergekommenen Zustand gewesen wäre. Es sei etwa 50 Jahre alt, und hatte - soweit wir das wissen - keine Schäden aufzuweisen".

Blick auf das ausgebrannte Wohnhaus in Paris | Bildquelle: dpa
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Für die Bewohner wurde eine Anlaufstelle geschaffen, die Hilfe bietet.

Krisenstab eingerichtet

Im südfranzösischen Marseille hatte vor zwei Monaten der Einsturz drei extrem baufälliger Häuser mehrere Menschen das Leben gekostet. Und vor etwa drei Wochen waren im Norden von Paris bei einer Gasexplosion in einer Bäckerei vier Menschen ums Leben gekommen, der Grund lag offenbar in einer undichten Gasleitung.  

Die Bürgermeisterin von Paris hat eines Krisenstab eingerichtet. Einmal mehr müssen Menschen, die über Nacht ihre Wohnung und ihr Hab und Gut verloren haben, bestmöglich versorgt werden. Man habe im Rathaus des 16. Arrondissements für diejenigen, die Rat, Hilfe oder psychologische Betreuung bräuchten, eine Anlaufstelle geschaffen. Dort könnten sich auch diejenigen melden, die nach dem Brand eine Übernachtungsmöglichkeit bräuchten.

Fast fünfzig Menschen hat die Feuerwehr in der Nacht retten können, die Gegend rund um das Haus ist weiträumig gesperrt. Auch angrenzende Gebäude dürfen zunächst nicht betreten werden.

Verheerendes Feuer im Westen von Paris
Barbara Kostolnik, ARD Paris
05.02.2019 13:10 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. Februar 2019 um 15:00 Uhr.

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