Hinweisschild mit der Aufschrift "Volksbefragung Olympia 2016" | Bildquelle: dpa

Olympia-Bewerbung Tirol sagt zum dritten Mal Nein

Stand: 16.10.2017 17:08 Uhr

Wie die Bewohner der Städte Boston, Hamburg oder Roms haben auch die Tiroler keine Lust auf Olympische Spiele in ihrer Region. Bei der nunmehr dritten Abstimmung über eine Bewerbung seit 1993 stimmten sie wieder dagegen.

Von Clemens Verenkotte, ARD-Studio Wien

Er sei enttäuscht, aber nicht überrascht, sagte Peter Schröcksnadel, der Chef des Österreichischen Skiverbands zum dritten Nein der Tiroler zu Olympischen Spielen in ihrer Region. Nach 1993 und 1997 stimmte gestern erneut eine Mehrheit der Wähler im Bundesland - 53,35 Prozent - gegen die Bewerbung von Innsbruck-Tirol für 2026.

Das Image des Internationalen Olympischen Komitees habe "Macken bekommen", so Schröcksnadel. Und richtige Euphorie sei im Vorfeld der Abstimmung auch nie aufgekommen.

Zustimmung in Austragungsorten

Mit überwiegend Ja stimmten die Orte Kitzbühl, Lienz, Kufstein, Reutte, Imst und Landeck. In den Orten, für die die Wettbewerbsstätten geplant waren, gab es sogar eine überdeutliche Mehrheit: In St. Anton - dort hätten die alpinen Wettbewerbe stattgefunden - sagten 85 Prozent Ja. In Hochfilzen (Biathlon) 80 Prozent; in Seefeld, geplanter Austragungsort für die nordischen Wettbewerbe, immer noch 65 Prozent.

Den Ausschlag für das Nein als Ergebnis gaben jedoch die größeren Städte. In Innsbruck etwa stimmten 67 Prozent gegen Olympische Spiele in Tirol.

Ablehnung auf dem Land und in Städten

Andrea Haselwanter-Schneider vom Bürgerforum "Liste Fritz" freut sich, dass ihre Kampagne gegen die Olympia-Bewerbung Erfolg hatte: "Das Ergebnis ist deutlicher, als ich angenommen hatte. Erstaunlich ist vor allem, dass es sowohl auf dem Land als auch in der Stadt negativ ist."

Landeshauptmann Günther Plattner, der konservative Regierungschef von Tirol und entschiedener Anhänger der Olympia-Bewerbung, zeigte sich als fairer Verlierer: "Es ist bedauerlich. Es wäre eine große Chance gewesen", so Plattner. "Ich habe aber immer gesagt, was die Tirolerinnen und Tiroler entscheiden, das pickt. Die Olympischen Spiele in Tirol sind Geschichte."

Schock beim ÖOC

Beim Österreichischen Olympischen Komitee (ÖOC) herrscht am Tag danach Enttäuschung. Es sei ein Riesenschock, sagte ÖOC-Chef Karl Stoss. "So eine Chance wird sich nie mehr bieten."

"Schade, dass es nun auch im benachbarten Tirol nicht geklappt hat, die Bürger für Olympische und Paralympische Spiele in dieser ganzheitlich bewährten Wintersportregion zu überzeugen", sagte Präsident Alfons Hörmann vom Deutschen Olympischen Sportbund. "Das zeigt, wie schwer es aktuell ist, die notwendigen demokratischen Mehrheiten für solche Projekte zu sichern."

Tiroler lehnen Olympia-Bewerbung für 2026 ab
C. Verenkotte, ARD Wien
16.10.2017 16:20 Uhr

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Über dieses Thema berichtete B5 Radio am 16. Oktober 2017 um 05:05 Uhr.

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