Mautschild an der Autobahn | Bildquelle: dpa

Vor den Winterferien Österreich plant Maut-Ausnahmen

Stand: 12.11.2019 16:36 Uhr

Auf österreichischen Autobahnen soll es in der Nähe der deutschen Grenze künftig keine Maut mehr geben. Damit sollen Gemeinden und Ortschaften entlastet werden, die bislang unter "Ausweichverkehr" leiden.

Die konservative ÖVP, die Grünen und die liberalen Neos haben in einer Ausschusssitzung im Nationalrat in Wien für einen Antrag gestimmt, fünf Autobahnabschnitte nahe der deutschen Grenze von der Vignettenpflicht zu befreien. Die endgültige Entscheidung soll bei der Plenarsitzung am Mittwoch fallen, der Beschluss gilt als wahrscheinlich.

Mit der Maßnahme will die Regierung in Wien vor allem erreichen, dass der "Ausweichverkehr" vor allem deutscher Autofahrer im Grenzgebiet eingedämmt wird. Unter diesem leiden zahlreiche Gemeinden in der Grenzregion, weil vor allem Pendler auf ihrem Weg von Deutschland zu ihrem grenznahen Arbeitsplatz in Österreich die Autobahnen meiden. Auch Touristen auf dem Weg in die Skigebiete versuchen regelmäßig, Mautstrecken zu umfahren. Eine Zehn-Tages-Vignette kostet in Österreich 2020 9,40 Euro, für das ganze Jahr werden 91,10 Euro erhoben.

Vorgesehen sind Ausnahmen auf der Westautobahn (A1) zwischen dem Walserberg und der Anschlussstelle Salzburg Nord sowie auf der Inntalautobahn (A12) zwischen der Grenze und der Anschlussstelle Kufstein-Süd, sowie Auf der A14 zwischen deutsche Grenze und Hohenems. Außerdem gilt die Befreiung für zwei kleine Abschnitte rund um Linz.

Freude in Bayern

Vor allem zwischen dem österreichischen Bundesland Tirol und Bayern gibt es seit Jahren Streit über die Verkehrspolitik. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder begrüßte die Maßnahme. Das löse zwar nicht alle Probleme, sei aber ein positives Signal, sagte er nach einer Kabinettssitzung in München.

Die Brennerautobahn schlängelt sich durch die Alpen | Bildquelle: dpa
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Beliebt bei Touristen und Speditionen: die Brennerautobahn.

Zahlreiche Streitpunkte beim Verkehr

Doch es gibt noch zahlreiche andere Probleme: So hat Tirol etwa für die Wintersaison an mehreren Wochenenden und Feiertagen Fahrverbote für Touristen auf Landstraßen angekündigt, um ein Ausweichen bei Staus auf der Autobahn zu verhindern.

Ein weiterer Streitpunkt zwischen Deutschland und Österreich sind regelmäßige Blockabfertigungen für Lastwagen, die auf bayerischer Seite oft zu langen Staus führen. Für das erste Halbjahr 2020 dürfen Lkw bereits an 20 Tagen die Grenze nur blockweise passieren.

Jährlich fahren rund 2,4 Millionen Lastwagen über den Brenner - mehr als über alle anderen Alpen-Grenzübergänge in der Schweiz und Frankreich zusammen. Viele Spediteure nehmen teils lange Umwege in Kauf, um über den Brenner zu fahren. Das Land Tirol setzt sich wegen der hohen Belastung auch dafür ein, dass die Strecke von München bis Verona durch Maut teurer und somit unattraktiver wird.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 12. November 2019 um 16:01 Uhr.

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