Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat den USA eine Frist gesetzt. | Bildquelle: AFP

Nordkorea und USA Kim stellt Trump Bedingungen

Stand: 13.04.2019 08:57 Uhr

Nordkoreas Machthaber Kim ist zu einem weiteren Treffen mit US-Präsident Trump bereit, aber er stellt Forderungen: eine Kursänderung, eine andere Einstellung - und das innerhalb einer bestimmten Zeit.

Im Atomstreit mit den USA hat sich Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un grundsätzlich zu einem weiteren Treffen mit US-Präsident Donald Trump bereit erklärt. In einer Rede vor dem - einflusslosen - Parlament des Landes stellte Kim aber Bedingungen und setzte eine Frist.

Kim sagte er, er sei bereit, mit Trump zu einem dritten Gipfel zusammenzukommen. Dazu müssten die USA einen fairen und für beide Seiten akzeptablen Vorschlag für ein Abkommen vorlegen. 

Er machte deutlich, dass er eine andere Haltung der US-Führung gegenüber seinem Land erwartet. Nordkorea wolle die Probleme durch Dialog lösen, sagte er. "Doch der Dialogstil der USA, einseitig ihre Forderungen durchsetzen zu wollen, passt uns nicht, und wir haben kein Interesse daran." Die USA müssten ihren derzeitigen "Kalkulationsweg aufgeben und mit einer neuen Kalkulation zu uns kommen".

Kim setzte zudem Trump indirekt eine Frist. Er werde nun bis Ende des Jahres "geduldig" auf eine "mutige Entscheidung" der US-Regierung warten, sagte er. Seine persönliche Beziehung zu Trump nannte er zugleich "ausgezeichnet".

Die neue Führung Nordkorea sitzt für ein Foto zusammen | Bildquelle: REUTERS
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Während der Parlamentssitzung wurde eine neue Führung des Landes vorgestellt - hier sitzt mit Machthaber Kim in der Mitte für ein Foto zusammen.

Trump findet positive Worte

Die Äußerungen des nordkoreanischen Machthabers sind eine Reaktion auf ähnliche Einlassungen Trumps vom Vortag. Er hatte darin einen dritten Gipfel für möglich erklärt und gesagt, die beiden bisherigen Treffen seien sehr produktiv gewesen.

Trump und Kim hatten sich erstmals im Vorjahr in Singapur getroffen und sich dabei auf eine "vollständige Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel" geeinigt. Wie genau diese erreicht werden sollte, blieb jedoch offen. 

Ein zweiter Gipfel folgte Ende Februar in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi, doch wurden die Gespräche vorzeitig abgebrochen, da beide Seiten sich nicht über den Abbau der nordkoreanischen Atomwaffen einigen konnten. Die nordkoreanische Seite verlangte insbesondere eine Aufhebung eines Großteils der Sanktionen.

Nordkorea leidet unter den Sanktionen der Vereinten Nationen und der USA. Die US-Regierung will die Sanktionen jedoch beibehalten, solange das mit dem nordkoreanischen Atomwaffenprogramm verbundene Risiko nicht gebannt ist.

Kim Jong Un für dritten Gipfel mit Trump offen
Kathrin Erdmann, ARD Tokio
13.04.2019 07:53 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. April 2019 um 08:00 Uhr.

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