Nachtwache von Rembrandt | Bildquelle: dpa

Rembrandt-Werk Live bei "Operation Nachtwache"

Stand: 08.07.2019 17:24 Uhr

Rembrandts "Nachtwache" zählt zu den berühmtesten Gemälden der Welt. Doch es ist in die Jahre gekommen. Deshalb wird es nun in Amsterdam restauriert - vor den Augen des Publikums.

Von Ludger Kazmierczak, ARD-Studio Den Haag

"Operation Nachtwache" steht auf den schwarzen Shirts der Mitarbeiter des Rijksmuseums. Doch bevor der Patient unters Messer kommt, steht ihm eine etwa ein Jahr lang dauernde Untersuchung bevor. Es ist die bisher aufwändigste in der fast 380-jährigen Geschichte der "Nachtwache".

Natürlich hätte man das rund 17 Quadratmeter große Gemälde dafür auch in eine Werkstatt bringen können, sagt Museumsdirektor Taco Dibbits. Aber in dem Fall wäre das Glanzstück der Ausstellung zu lange weg gewesen. "Wenn wir es wegbringen und in einem Atelier restaurieren würden, dann hätten wir uns sehr beeilen müssen. Aber die 'Nachtwache' verdient einfach die Zeit, die für das Projekt nötig ist. Indem wir das nun öffentlich machen, können wir uns diese Zeit auch nehmen."

Rembrandts "Nachtwache" wird öffentlich restauriert
tagesthemen 22:15 Uhr, 08.07.2019, Gudrun Engel, ARD Brüssel

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Gläserne Werkstatt auch im Internet

Die Besucher dürfen tatsächlich zuschauen. Mit gebührendem Abstand - denn um das monumentale Gemälde herum hat das Museum eine viereinhalb Meter hohe Glaswand errichten lassen. Live-Bilder aus der gläsernen Werkstatt werden auch im Internet übertragen. Die "Nachtwache" hängt nun ohne Rahmen in der Ehrengalerie des Rijksmuseums und muss sich von einem mobilen Röntgengerät Millimeter für Millimeter durchleuchten lassen.

Schicht für Schicht

"Das bedeutet, dass wir das Gemälde Schicht für Schicht untersuchen und dadurch erfahren, welche Pigmente Rembrandt verwendet hat. Es geht also darum, mit welcher Farbe er gemalt hat. Dadurch können wir die Farbe zum einen künftig besser behandeln und schützen, aber wir erfahren auch mehr darüber, wie Rembrandt gemalt hat", erklärt Dibbits.

25 Mitarbeiter sind an der "Operation Nachtwache" beteiligt: Kunsthistoriker, Restauratoren und Kuratoren, aber auch Fotografen, Techniker und Computer-Spezialisten. Anhand der Informationen, die sie gemeinsam sammeln und auswerten, soll dann in etwa einem Jahr entschieden werden, wie das Werk restauriert wird.

Nachtwache von Rembrandt | Bildquelle: dpa
galerie

Die "Nachtwache" soll mit neuesten Techniken, Scannern, Lasern und Mikroskopen untersucht und dann restauriert werden.

"Wir wollen seine Gedanken lesen"

Leiterin des Projekts ist Katrien Keune, die Chefin der Forschungsabteilung des Museums. Sie verfolgt im Wesentlichen zwei Ziele, erzählt sie: "Erstens wollen wir wissen, in welchem Zustand sich die 'Nachtwache' befindet, wie sie sich verändert hat und was wir während der Restaurierung machen müssen. Und zweitens wollen wir noch mehr wissen über Rembrandts Technik, wie er mit Farben umgeht, wie er bestimmte Effekte geschaffen hat, welche Komposition zugrunde liegt und wie er damit gespielt hat. Wir wollen seine Gedanken lesen und erfahren, wie er die 'Nachtwache' zusammengestellt hat."

Seit ihrer Fertigstellung im Jahre 1642 ist die 'Nachtwache' bereits 25 Mal restauriert worden. Zuletzt 1976, nachdem ein psychisch kranker Mann die Leinwand mit Messerstichen beschädigt hatte.

Unebenheiten und ein Farbschleier

Dass diese Ikone der niederländischen Malerei ausgerechnet jetzt erneut unter die Lupe genommen werde, habe gute Gründe, erklärt Museumschef Dibbits. "Es gibt ein paar Unebenheiten auf dem Tuch, an einigen Stellen hängt es etwas aus. Und im unteren Bereich haben wir einen weißen Farbschleier entdeckt. Und wir wollen wissen, woher der stammt. Das können wir heute mit Techniken untersuchen, von denen wir früher nicht mal träumen konnten."

"Operation Nightwatch" hat begonnen - drei Monate vor dem 350. Todestag des großen Meisters, den die Niederländer in diesem Rembrandt - Jahr überall im Land mit zahlreichen Events und Ausstellungen würdigen. Allein für das Research-Projekt im Rijksmuseum sind rund drei Millionen Euro veranschlagt.

"Nachtwache" wird restauriert
L. Kazmierczak, ARD Den Haag
08.07.2019 16:53 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 08. Juli 2019 um 17:00 Uhr.

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