Karte von Mexiko mit den Regionen Chihuahua und Sonora

Frauen und Kinder Mehrere US-Mormonen in Mexiko getötet

Stand: 05.11.2019 12:42 Uhr

Mehrere Mitglieder einer US-Mormonen-Gemeinde sind bei einem Angriff in Mexiko getötet worden. Unter den Opfern sollen Angaben eines Verwandten zufolge ausschließlich Frauen und Kinder sein.

Bei einem Überfall auf Mitglieder einer US-Mormonen-Gemeinde im Norden Mexikos hat es mehrere Tote gegeben. Die Nachrichtenagenturen AFP und Reuters berichteten von insgesamt neun Opfern, Familienangehörige sprechen von zehn. Demnach handelt es sich bei den Toten um drei Frauen und sieben Kinder.

Die Staatsanwaltschaft im Bundesstaat Chihuahua äußerte sich nicht zur Opferzahl, leitete aber einen Großeinsatz der Sicherheitskräfte in dem Gebiet ein.

Die Attacke ereignete sich in Rancho de la Mora an der Grenze zwischen den Bundesstaaten Chihuahua und Sonora, nahe der Grenze zu den USA. In der Gegend sind Drogenhändler und andere kriminelle Banden aktiv.

Verwandter spricht von "Massaker"

In einem ausgebrannten Kleintransporter seien zunächst die Leichen einer Mutter und ihrer vier Kinder entdeckt worden, sagte Lebarón. Er engagiert sich als Aktivist gegen die Kriminalität in der Region. Lebarón gab an, mit der ermordeten Frau verwandt zu sein. Die Leichen hätten zahlreiche Schusswunden aufgewiesen. Lebarón zufolge hat es sich um einen Hinterhalt gehandelt - er sprach von einem "Massaker".

Nach dem Leichenfund wurden einige Zeit später zwei Begleitfahrzeuge des Kleintransporters entdeckt. Darin seien die Leichen zweier weiterer Frauen und zweier Kinder gefunden worden. Fünf bis sechs Kinder, darunter ein angeschossenes Kind, seien zu Fuß nach Hause geflüchtet. Ein kleines Mädchen werde vermisst, nachdem es in einen Wald geflüchtet sei, um sich dort zu verstecken. Lebarón gab an, keine Aussage zu den mutmaßlichen Tätern oder zum Motiv machen zu können.

Die betroffene Mormonen-Gemeinde besteht aus Nachfahren von Mormonen, die im 19. Jahrhundert wegen Verfolgung aus den USA geflüchtet waren. Häufig besitzen sie die Staatsangehörigkeit beider Länder.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 04. November 2019 um 06:00 Uhr.

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