Der Planet Mars ( Archivbild) | Bildquelle: dpa

NASA-Raumsonde Das sonderbare Geräusch vom Mars

Stand: 24.04.2019 14:36 Uhr

Die Raumsonde "Insight" hat möglicherweise erstmals Hinweise eines Bebens auf dem Mars aufzeichnen können. Experten sprechen bereits von einem Meilenstein, die NASA ist jedoch noch vorsichtig.

Seit November ist die NASA-Sonde "InSight" auf dem Mars, nun hat sie wahrscheinlich erstmals Geräusche eines Bebens auf dem Roten Planeten eingefangen.

Das schwache Tonsignal sei am 6. April und damit am 128. Tag des Roboters auf dem Planeten aufgezeichnet worden, teilte die US-Raumfahrtbehörde mit. Das von dem seismischen Instrument der Sonde aufgenommene Zittern scheine eher aus dem Innern des Mars zu kommen als von Kräften auf seiner Oberfläche wie Wind zu stammen.

Lander "Insight" | Bildquelle: dpa
galerie

"InSight" ist seit November auf dem Mars und soll das Innere des Planeten zwei Jahre lang erforschen.

NASA noch vorsichtig

Wissenschaftler sind der NASA zufolge noch damit beschäftigt, die genaue Ursache des Signals zu erforschen. Dennoch sprachen Experten bereits von einem Meilenstein, der die seismische Aktivität des Mars bestätige.

"Wir haben bisher Hintergrundgeräusche gesammelt, doch dieses Ereignis markiert offiziell den Beginn eines neuen Forschungsfeldes: Der Erdbebenkunde des Mars!", sagte "InSight"-Experte Bruce Banerdt.

"Es ist so aufregend"

"Wir haben seit Monaten auf ein Signal wie dieses gewartet", freute sich Philippe Lognonne, ein Erdbebenspezialist am französischen Physikinstitut Institut de Physique du Globe de Paris (IPGP). "Es ist so aufregend, endlich einen Beweis zu haben, dass der Mars immer noch seismisch aktiv ist." Der Seismometer aus französischer Produktion war von der "Insight"-Sonde im Dezember auf der Oberfläche des Roten Planeten abgesetzt worden - wenige Wochen nach deren Landung.

"InSight" für zwei Jahre auf dem Mars

"InSight" soll mit zahlreichen wissenschaftlichen Instrumenten für mindestens zwei Jahre das Innere des Mars erforschen und dabei vor allem mehr über dessen Aufbau und die Dynamik unter seiner Oberfläche in Erfahrung bringen.

"InSight" heißt genau "Interior Exploration using Seismic Investigations, Geodesy and Heat Transport". Es ist ein 360 Kilogramm schwerer Roboter, der nicht rollt, sondern an einem Ort bleibt. Die "InSight"-Mission kostet rund 650 Millionen Euro.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Nova am 24. April 2019 um 16:30 Uhr.

Darstellung: