Atlas-Gebirge in Marroko | Bildquelle: AFP

Terrorverdacht in Marokko Festnahmen nach Mord an Touristinnen

Stand: 20.12.2018 11:11 Uhr

Zwei Skandinavierinnen sind bei einer Bergtour in Marokko getötet worden. Vier Männer aus extremistischen Kreisen wurden festgenommen. Die Behörden gehen von einem Terrorakt aus.

Der Mord an zwei skandinavischen Touristinnen in Marokko hat in den Heimatländern der beiden Frauen große Bestürzung ausgelöst. Dänemarks Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen sagte: "Eine Ferienreise wurde zu einem Alptraum. Zwei junge Menschen wurden auf bestialische Weise ermordet." Er bezeichnete die Tat als Terrorakt. Norwegens Ministerpräsidentin Erna Solberg sagte: "Das ist ein brutaler und sinnloser Angriff auf unschuldige Menschen, dem wir mit Abscheu und Verurteilung gegenüberstehen."

Atlas-Gebirge in Marroko. | Bildquelle: AFP
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Ein Hubschrauber fliegt über den Tatort im Atlas-Gebirge.

Die 24 und 28 Jahre alten Studentinnen aus Norwegen und Dänemark waren am Montag am Fuß des Berges Toubkal im Atlas-Gebirge gefunden worden. Sie waren auf einer Wandertour gewesen und hatten für die Nacht ihr Zelt aufgeschlagen. Ein französisches Paar fand die beiden toten Frauen. Die abgelegene Gebirgsregion ist zehn Kilometer vom Dorf Imlil entfernt. Von der Ortschaft aus brechen Reisende in der Regel zu Wanderungen zum Berg Toubkal auf, dem höchsten Gipfel Nordafrikas.

Verdächtige gelten als extremistisch

Die marokkanische Staatsanwaltschaft verdächtigt vier Männer, die eine Verbindung zu einer Terrorgruppe haben. Einer der Männer war bereits am Dienstag in Marrakesch festgenommen worden. Am Vormittag verhaftete die Polizei drei weitere Verdächtige. Nach Angaben des Staatssenders 2M zeigten Fotos und Videos, dass sie in der Nähe der Opfer zelteten. Nach der Tat hätten sie die Gegend verlassen. Alle drei stammten aus Marrakesch, einer von ihnen habe eine juristische Vorgeschichte "im Zusammenhang mit terroristischen Taten", hieß es aus Ermittlerkreisen.

Wanderungen nur mit Fremdenführer

Marroko gilt in der Regel als sicher für Touristen. Für die USA und Europa ist es zudem ein Verbündeter im Kampf gegen den Terrorismus. Dennoch hatte Marokko in den vergangenen Jahren mit vereinzelten Fällen von islamischem Extremismus zu tun. Mehr als 1000 Marokkaner sollen sich dem "Islamischen Staat" angeschlossen haben. Die Behörden in Dänemark und Norwegen warnten ihre Staatsbürger vor Wanderungen in Marokko ohne örtliche Fremdenführer.

Norwegen und Dänemark verurteilen Angriff in Marokko
B. Dake, ARD Berlin
20.12.2018 13:40 Uhr

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Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 20. Dezember 2018 um 11:06 Uhr.

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