Österreichs Bundeskanzler Kurz spricht während eines Interviews mit dem ORF

Österreichs Kanzler zur FPÖ Kurz schließt Ende der Koalition aus

Stand: 01.05.2019 09:22 Uhr

Die FPÖ sorgt mit Angriffen auf den ORF für Aufsehen. Am Abend stellte sich Kanzler Kurz in einem Live-Interview Fragen zu seinem Koalitionspartner.

Von Clemens Verenkotte, ARD-Studio Wien

Mehr als acht Minuten waren bereits vergangen, in denen ORF-Moderator Armin Wolf den Bundeskanzler zur beschlossenen Steuerreform befragt hatte, bevor er von Sebastian Kurz wissen wollte, wie lange er mit dem Koalitionspartner FPÖ weiter arbeiten könne. Mit einem Partner, der - wie FPÖ-Chef und Vizekanzler Heinz Christian Strache am Sonntag gegenüber der "Kronenzeitung" - mit dem Wort "Bevölkerungsaustausch" exakt das Vokabular der Rechtsextremen verwende.

"Zum Wort Bevölkerungsaustausch: Ich glaube, Sie wissen, dass das nicht meinem Sprachgebrauch angehört", sagte Kurz. "Das ist ein Wort der Rechten in Europa." Wolf hakte ein: "der Rechtsextremen". Kurz beharrte: "Der Rechten und nicht der politischen Mitte und ich würde da gern genau differenzieren, wenn Sie erlauben."

Scharfe Kritik an FPÖ für heftige Attacken gegen ORF-Moderator
tagesschau 20:00 Uhr, 01.05.2019, Michael Mandlik, ARD Wien

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Kurz präsentiert sich verbindlich in der Sache

Trotz der intensiven Befragung zeigte sich Kurz als Interviewpartner dem Moderator Wolf als mindestens ebenbürtig. Er blieb verbindlich in der Sache, bemüht, seine Einschätzung des FPÖ-Verhaltens der vergangenen Tage rüberzubringen. Das sogenannte Rattengedicht eines inzwischen zurückgetretenen FPÖ-Funktionärs aus Braunau am Inn, die Nähe zu den rechtsextremen Identitären - all das wurde angesprochen.

"Einen Menschen mit einer Ratte zu vergleichen, ist, glaube ich, etwas, was Sie und ich gleichermaßen ablehnen. Hoffe ich zumindest. Und wenn Sie mich ausreden lassen, komme ich vielleicht gleich zum nächsten Punkt: die Identitären. Das war mir genauso wesentlich, da zu sagen, dass es keine strukturelle, inhaltliche oder auch finanzielle Verwobenheit geben darf. Der Vizekanzler hat das klar gestellt und wir werden jetzt auch genau drauf schauen, dass das eingehalten wird", sagte Kurz.

Kein vorzeitiges Ende der Koalition

Nicht immer sei er mit seinem Koalitionspartner glücklich, räumte der Kanzler ein. "Da gibt es positive Elemente wie die Steuerreform, die wir auf den Weg bringen konnten, und vieles andere im letzten Jahr. Und es gibt Momente, wo ich mir denke: Das darf doch nicht wahr sein."

Ein vorzeitiges Ende der Koalition mit den Rechtspopulisten schloss Kurz aus - auch als Wolf ihm einen Kommentar der Bildzeitung vorlas: "'Kurz muss dringend über einen Plan B nachdenken. Er kann sagen, ich habe es versucht, aber es hat nicht funktioniert mit dieser FPÖ'. Beeindruckt Sie das gar nicht?", fragte Wolf. "Schauen Sie. Ich bin ein Fan von unabhängigen Medien", sagte Kurz. Es gebe gar keinen Grund, über ein vorzeitiges Ende der schwarz-blauen Koalition zu spekulieren.

Mit einer letzten Nachfrage schieden dann Wolf und Kurz auseinander, in der Gewissheit, sich an gleicher Stelle bald wiederzusehen: "Koalition hält bis 2022?", fragte Wolf. "Davon geh ich aus", antwortete Kurz. "Herr Bundeskanzler, vielen Dank für den Besuch bei uns im Studio", schloss der Moderator. "Vielen Dank."

Ziemlich viel zu erklären - wie sich Kurz bei Wolf in der ZiB 2 geschlagen hat
Clemens Verenkotte, ARD Wien
01.05.2019 07:43 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Nova am 30. April 2019 um 07:18 Uhr.

Korrespondent

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Clemens Verenkotte, BR

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