Das Logo der UN auf einer Glastür.

Beobachtermission im Jemen Schüsse auf UN-Team

Stand: 17.01.2019 21:38 Uhr

Erst am Mittwoch hatten die UN offiziell eine Beobachtermission im Jemen beschlossen. Nun wurde ihr Team, das im Voraus in das Land gereist war, beschossen. Wer hinter der Attacke steht, ist unklar.

In der jemenitischen Hafenstadt Hodeida sind Schüsse auf ein Team der UN gefallen. Alle Mitarbeiter blieben unverletzt, auch Patrick Cammaert, der Leiter der gerade erst gestarteten Beobachtermission in dem Kriegsland.

Das UN-Team befinde sich in Sicherheit, teilte UN-Sprecher Stéphane Dujarric mit. Nach einem Gespräch zwischen Cammaert mit Regierungsvertretern in Hodeida sei ein gepanzertes und deutlich als solches ausgewiesenes UN-Fahrzeug beschossen worden. Nach Ende des Treffens sei auf das Fahrzeug der UN geschossen worden. Über die Täter konnte Dujarric keine Angaben machen. Klar sei, dass die UN-Gruppe in dem Bürgerkriegsland die größtmöglichen Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen bekomme.

Der Leiter der UN-Beobachtermission, Patrick Cammaert, bei seiner Ankunft in Sanaa im Dezember 2018. | Bildquelle: dpa
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Der Leiter der UN-Beobachtermission im Jemen, Patrick Cammaert, war bereits im Dezember mit einem Team in das Kriegsland gereist.

Gegenseitige Beschuldigungen

Im Jemen kämpfen eine von Saudi-Arabien unterstützte Militärkoalition auf seiten der international anerkannten Regierung gegen schiitische Huthi-Rebellen, die vom Iran unterstützt werden. Beide Konfliktparteien beschuldigten sich gegenseitig, hinter der Attacke zu stehen.

Die Beobachtermission im Jemen war erst am Mittwoch vom UN-Sicherheitsrat beschlossen worden. Sie soll zunächst sechs Monate dauern. Cammaert und sein Team waren jedoch schon vor Weihnachten in den Jemen gereist.

UN-Generalsekretär António Guterres hatte bereits im Dezember die Entsendung von 75 unbewaffneten Beobachtern empfohlen. Sie sollen überwachen, ob sich die rivalisierenden Parteien wirklich wie vereinbart aus Hodeida zurückziehen.

Unter Vermittlung der UN hatten sich im Dezember Vertreter der jemenitischen Regierung und der Huthis in Schweden auf eine Feuerpause für die schwer umkämpfte Hafenstadt geeinigt. Sie ist von immenser strategischer Bedeutung, zugleich aber auch der Hauptumschlagsplatz für alle Hilfslieferungen in den Jemen. Den bezeichnen die Vereinten Nationen als schlimmste humanitäre Katastrophe der Welt, zudem bedroht von einer Hungersnot.

Mit Informationen von Kai Clement, ARD-Studio New York

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. Januar 2019 um 06:00 Uhr.

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