Japans künftiger Kaiser Naruhito an der Seite seines Vaters und Amtsvorgängers Akihito (Archivbild). | Bildquelle: AFP

Historischer Thronwechsel Japan bekommt einen neuen Kaiser

Stand: 30.04.2019 09:42 Uhr

Zum ersten Mal in zwei Jahrhunderten dankt mit Akihito ein japanischer Kaiser ab. Vom 1. Mai an regiert sein Sohn Naruhito. Er steht vor allem für Kontinuität - als Unbekannte gilt Kaiserin Masako.

Von Kathrin Erdmann, ARD-Studio Tokio

Mit dem Kaiser Naruhito befindet sich Japan wieder im Jahr eins: Die neue Regierungsdevise heißt Reiwa, was in der Lesart der Regierung so viel bedeutet wie "schöne Harmonie".

Mit 60 gehen Japaner in den Ruhestand. Für Naruhito aber, der 59 ist, geht es jetzt erst los. Anders als seine Vorgänger wurde er direkt von seinen Eltern erzogen und konnte als erstes Mitglied der kaiserlichen Familie ein Auslandsstudium absolvieren: Zwei Jahre verbrachte Naruhito in Oxford.

Feierlichkeiten zur Abdankung Kaiser Akihitos in Japan
tagesschau 6:30 Uhr, 30.04.2019

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"Ich bin Kaiser und Kaiserin zutiefst dankbar dafür, dass ich von ihnen all das bekommen habe", sagte er einmal über seine Kindheit und Jugend. "Dass ich direkt bei Ihnen in einer warmen Familie liebevoll großgezogen und mir Spaß an Musik und Sport beigebracht wurde, und dass ich ein Auslandsstudium, das schwer zu bekommen ist, erleben durfte. Das sind für mich heute große Schätze."

Naruhito hat sich vom Vater viel abgeschaut

Wer Frühaufsteher ist, kann Naruhito vielleicht morgens beim Joggen auch im öffentlich zugänglichen Teil des Kaiserpalastes sehen. Außerdem spielt er seit vielen Jahren Bratsche und hat viel zur Wasserversorgung und zum Umweltschutz geforscht.

Volker Stanzel, ehemaliger Deutscher Botschafter in Japan, ist sicher, dass er schnell in die großen Fußstapfen seines Vaters hineinwachsen wird: "Er ist jünger, er ist interessierter, international erfahrener, er hat ja in England studiert", meint Stanzel. "Also ich bin sicher, dass es mit ihm ähnlich sein wird."

Der japanische Kaiser Akihito und Kaiserin Michiko grüßen das Publikum, nach einer Zeremonie, um das 30. Thronjubiläum Akihitos zu feiern. | Bildquelle: dpa
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Der japanische Kaiser Akihito und Kaiserin Michiko grüßen das Publikum nach einer Zeremonie, um das 30. Thronjubiläum Akihitos zu feiern.

Diese Einschätzung teilt Makoto Watanabe, ehemaliger Großhofmarschall und damit so etwas wie der Privatsekretär des scheidenden Kaisers.

"Der Kronprinz hat von klein auf die ganze Zeit seinem Vater zugesehen und auch gehört, was er sagt. Das betrifft nicht nur das offizielle, sondern auch das Privatleben", sagt er. "Ich denke nicht, dass der Kaiser dann nach seiner Abdankung zu seinem Sohn gesagt hat: Du musst das und das machen und so und so denken. Die Fähigkeiten, die man braucht, dürften in ausreichender Weise von einem zum anderen übertragen worden sein."

Ist Kaiserin Masako der neuen Rolle gewachsen?

Die große Unbekannte ist die künftige Kaiserin Masako. Naruhito lernte sie erst spät kennen, die Tochter eines hochrangigen Beamten haderte lange, ihn zu ehelichen.

Letztlich willigte sie ein, sagte aber schon bei ihrer Verlobung 1993: "Der Prinz sagte zu mir, dass er mich lebenslang mit allen Kräften in Schutz nimmt, auch wenn ich mir viele verschiedene Sorgen mache und Unsicherheiten habe." In der Öffentlichkeit wird Masako schnell zur "traurigen Prinzessin".

"Sie war ja Diplomatin und war weltläufig, hat übrigens in Deutschland studiert - in Blaubeuren in Südwestdeutschland -, spricht also auch Fremdsprachen. Sie ist also durchaus aufgeschlossen", meint Ex-Botschafter Stanzel. "Aber es ist ja bekannt, dass sie durch die Einengung durch das Hofamt sehr gelitten hat, an Depressionen leidet und sich sehr oft Auftritten entzieht."

Japans künftiges Kaiserpaar Masako und Naruhito (Archivbild). | Bildquelle: KIMIMASA MAYAMA/EPA-EFE/REX
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Die künftige Kaiserin Masako leidet an Depressionen und Unsicherheiten - doch Thronerbe Naruhito betont stets, dass er zu ihr steht.

Naruhito betont stets die Bedeutung seiner Familie

Ob sich das jetzt mit ihrer neuen Rolle ändern wird? Unter Druck gesetzt haben dürfte sie die Erwartung, einen männlichen Thronfolger zu gebären. Sie erlitt eine Fehlgeburt, und dann kam mit Prinzessin Aiko "nur" ein Mädchen zur Welt.

Masako erkrankte an Gürtelrose und war lange Zeit nicht zu sehen. Von einer Anpassungsstörung ist die Rede.

Inzwischen wird Masako wieder häufiger in der Öffentlichkeit gesehen. Künftig wird sie sich - wie üblich für die Ehefrau des Tenno - um die Seidenraupenzucht im Palast kümmern.

Ehemann Naruhito jedenfalls lässt keine Gelegenheit aus, die Bedeutung seiner kleinen Familie für ihn zu unterstreichen. "Masako hat sich bisher sehr um meine Angelegenheiten und die von Aiko gekümmert. Ich möchte möglichst auch ihr eine Hilfe sein und sie weiter unterstützen", sagt er.

Die große Feier findet im Herbst statt

Die Japaner werden das sicher ganz genau beobachten. Erst einmal blicken sie jedoch auf Naruhito. Der erhält von seinem Vater zum neuen Amt die drei Insignien der Macht: ein Schwert, einen Spiegel und eine Glücksbringerkette. Allerdings nur in Kisten verpackt - gesehen hat sie schon lange keiner mehr.

Groß gefeiert wird der Thronwechsel dann im Herbst - mit 2500 Gästen.

Japan bekommt einen neuen Kaiser - Porträt von Naruhito
Kathrin Erdmann, ARD Tokio
29.04.2019 20:59 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 30. April 2019 Deutschlandfunk um 05:41 Uhr in der Sendung "Informationen am Morgen" und die tagesschau um 06:30 Uhr.

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