Ein einzelner Radfahrer in einer fast leeren Seitenstraße Roms (Foto vom 21.03.2020). | Bildquelle: AP

Verschärfte Ausgangssperre "Wir machen das, weil wir Italien lieben"

Stand: 22.03.2020 02:03 Uhr

Italien muss an einem Tag 800 Corona-Tote beklagen - und verschärft umgehend die Regeln: Alle nicht lebensnotwendigen Betriebe müssen schließen. Premier Conte sendet Durchhalteparolen an die Bürger.

Von Lisa Weiß, ARD-Studio Rom

Es sei die schlimmste Krise seit dem Zweiten Weltkrieg, sagt Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte in seiner Videobotschaft an die Bürger. Als sie spätabends online geht, sind nur wenige Stunden vergangen seit der täglichen Hiobsbotschaft des italienischen Zivilschutzes: Fast 800 neue Tote waren es diesmal. So viele Corona-Infizierte waren noch nie zuvor innerhalb von 24 Stunden in Italien gestorben.

Das seien schmerzliche Nachrichten, sagt Conte. "Der Tod von so vielen Mitbürgern ist ein Schmerz, der jeden Tag wiederauflebt. Wegen der Werte, mit denen wir groß geworden sind, wegen der Werte, die wir auch heute noch teilen, sind diese Toten keine einfachen Nummern."

Italien weltweit am schwersten von Corona-Krise betroffen
22.03.2020, Michael Schramm, ARD Rom

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Noch weniger Menschen sollen auf die Straße

Die strikten Ausgangsbeschränkungen, die anderen Maßnahmen, mit denen Italien seit Wochen verzweifelt versucht, die Ausbreitung des Virus einzudämmen - all das brauche Zeit, bis es seine Wirkung entfalte, sagt Conte. Ihm sei klar, wie schwerwiegend die Einschränkungen schon jetzt seien. Aber man habe keine Alternative, wenn Italien durchhalten wolle:

"Heute haben wir beschlossen, einen weiteren Schritt zu gehen. Die Regierung hat die Entscheidung getroffen, im ganzen Land alle Betriebe zu schließen, die nicht absolut notwendig, entscheidend und unverzichtbar sind, um die Grundversorgung zu sichern."

Das Ziel ist: Noch weniger Menschen sollen auf die Straße, sollen sich in der Arbeit oder auf dem Weg dorthin anstecken. Wer im Home-Office arbeiten kann, darf das aber weiterhin.

Verkäufer mit Mundschutz an einem Obststand in Neapel (Bild vom 20.03.2020). | Bildquelle: dpa
galerie

Verkäufer mit Mundschutz an einem Obststand in Neapel, der bislang noch geöffnet hat.

Conte: "Gemeinsam schaffen wir das"

Offen bleiben sollen unter anderem Apotheken, Banken, die Post und natürlich Supermärkte. Da betont der Ministerpräsident: "Wir planen keine Einschränkungen bei den Öffnungszeiten der Supermärkte, ich fordere alle dazu auf, Ruhe zu bewahren. Es gibt keinen Grund für Hamsterkäufe."

Schon jetzt bilden sich vor Supermärkten meterlange Schlangen - die Menschen haben Angst, auch weil einige Regionen in Italien die Ladenöffnungszeiten schon in Eigenregie verkürzt haben.

Wohl auch angesichts dieser Verunsicherung appelliert Conte am Ende seiner Rede noch einmal an die Italiener durchzuhalten - um Leben zu schützen: "Wir verzichten auf unsere liebsten Gewohnheiten. Wir machen das, weil wir Italien lieben", sagt er. "Aber wir verzichten nicht auf den Mut und auf die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Gemeinsam schaffen wir das."

Italien schließt alle nicht versorgungsrelevanten Betriebe
Lisa Weiß, ARD Rom
22.03.2020 09:55 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 22. März 2020 um 09:00 Uhr.

Darstellung: