Ein Soldat winkt einen Lkw über den Grenzübergang Kerem Shalom zwischen Israel und dem Gazastreifen. | Bildquelle: REUTERS

Nach Gewalteskalation Israel öffnet Grenzübergänge nach Gaza

Stand: 12.05.2019 09:37 Uhr

Eine Woche nach den gewaltsamen Ausschreitungen am Gazastreifen hat Israel die abgeriegelten Grenzübergänge wieder geöffnet. Die zwischen beiden Seiten vereinbarte Waffenruhe scheint großteils zu halten.

Rund eine Woche nach den heftigsten Gewaltausbrüchen an der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Israel hat die israelische Regierung die Grenzübergänge in das Palästinensergebiet wieder geöffnet. Laut Staatsfernsehen können über den Übergang Kerem Shalom wieder Waren transportiert werden, auch der Übergang Erez könne wieder passiert werden.

Dringende Lebensmittellieferungen wieder möglich

Kerem Shalom ist von zentraler Bedeutung für die Versorgung der mehr als zwei Millionen Menschen in dem weitgehend abgeriegelten Küstengebiet im Gazastreifen. Unter anderem werden über Kerem Shalom Treibstoff und Lebensmittellieferungen in das palästinensische Gebiet geliefert. Mehr als eine Million Menschen ist dort täglich von Lebensmittelhilfen abhängig.

Über den Übergang Erez ist Reiseverkehr nur stark eingeschränkt möglich. Palästinenser brauchen eine Sondergenehmigung von israelischen Behörden, etwa wenn sie ärztliche Behandlung benötigen oder nach Jordanien weiterreisen wollen.

Bereits am Freitag hatte Israel die Ausweitung der Fischereizone vor der Küste des Gazastreifens auf bis zu 22 Kilometer gestattet. Israelische Medien melden, dass in wenigen Tagen auch erneut Geld aus Katar über Israel in den Küstenstreifen gelassen werden soll. Der Golfstaat will mit rund 480 Millionen Dollar etwa Infrastrukturmaßnahmen in dem verarmten Gebiet unterstützen.

Fast 30 Tote bei Ausschreitungen

Vor einer Woche waren von palästinensischem Gebiet rund 700 Raketen auf Israel abgefeuert worden. Die israelische Armee reagierte mit Angriffen auf den Gazastreifen. Bei Ausschreitungen in dem Grenzgebiet wurden vier Israelis und 25 Palästinenser getötet. Hunderte Menschen wurden verletzt. Daraufhin riegelte Israel die Grenze ab und schränkte die Fischereizone ein.

Auch am Freitag hatten laut Israels Armee etwa 6000 Palästinenser am Grenzzaun protestiert. Die Armee setzte Tränengaus und scharfe Munition ein. Es gab einen Toten.

Waffenruhe weitgehend stabil

Israel setzt mit der Lockerung der Grenzabriegelung Berichten zufolge Vereinbarungen um, die im Rahmen der Feuerpause mit den bewaffneten palästinensischen Gruppen vor knapp einer Woche getroffen wurden. Diese inoffizielle Waffenruhe ist bisher stabil.

Israel setzt offenbar Feuerpause-Vereinbarungen um
Tim Aßmann, ARD Tel Aviv
12.05.2019 09:54 Uhr

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Mit Informationen von Tim Aßmann, ARD-Studio Tel Aviv

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 12. Mai 2019 um 10:00 Uhr.

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