EM-Fußball Randale

Beschwerde bei der UEFA ARD und ZDF fordern mehr EM-Bilder

Stand: 13.06.2016 14:23 Uhr

Die Öffentlich-Rechtlichen haben sich bei der UEFA über die eingeschränkte Bildauswahl von der Fußball-EM beschwert. "Es ist unglaubwürdig, wenn wichtige Ereignisse ausgeblendet werden", sagte ARD-Teamchef Schönenborn. Derweil beginnt die rechtliche Aufarbeitung der jüngsten Krawalle.

Die Ausschreitungen nach dem Spiel England gegen Russland waren während der Live-Übertragung im Fernsehen nicht zu sehen. Genauso wenig der Flitzer bei der Partie Kroatien gegen Türkei. Damit geben sich ARD und ZDF nicht zufrieden: Die öffentlich-rechtlichen Sender haben sich bei der UEFA über die eingeschränkte Bildauswahl von der Fußball-Europameisterschaft beschwert.

"Wir sollten Zugang zu allen Bildern haben - das ist unsere Grundhaltung. Deshalb haben wir die UEFA aufgefordert, das sicherzustellen", sagte ARD-Teamchef bei der Europameisterschaft, Jörg Schönenborn. "Im Kern geht es um Glaubwürdigkeit. Es ist unglaubwürdig, wenn wichtige Ereignisse ausgeblendet werden."

ARD-Teamchef bei der EURO2016, Jörg Schönenborn.
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Jörg Schönenborn: "Es ist unglaubwürdig, wenn wichtige Ereignisse ausgeblendet werden."

"Wir waren nicht zufrieden"

Technisch sei die Bereitstellung der Bilder aus allen Kameras der UEFA auch kein Problem, sagte Schönenborn. Es könne immer mal sein, dass im Livestream nicht alles sofort gezeigt werden könne. "Aber dann muss uns dieses Material direkt im Anschluss kurzfristig zur Verfügung gestellt werden."

Die deutschen Sender erhalten die Live-Bilder von den Spielen in Frankreich über den europäischen Fußballverband. Dieser zensiert aber die Bilder und zeigt keine Hooligans und Flitzer im Stadion. "Wir waren nicht zufrieden mit dem Bildangebot nach Abpfiff des Spiels England gegen Russland, das haben wir deutlich angemerkt", sagte ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz. Bei den Zusammenstößen am Rande der Partie England gegen Russland waren am Samstag 35 Menschen verletzt worden, einige von ihnen schwer. Die Prügeleien im Stadion von Marseille hatte die UEFA nicht gezeigt.

Forderung nach allen relevanten Bildern

Auch ein Flitzer bei der Partie Kroatien gegen die Türkei war in der ARD kaum zu sehen, weil die UEFA es so wollte. "Wir gehen davon aus, dass wir alle relevanten Bilder bekommen", sagte der ZDF-Sportchef. "Das beinhaltet nicht nur Bilder vom Spielfeld, sondern auch alles, was abseits passiert." Die UEFA hatte dazu am Vortag mitgeteilt: "Wir wollen nicht, dass Szenen von Gewalt im Fernsehen zu sehen sind." Der Fußballverband verbietet es ARD und ZDF nicht, eigene Bilder zu machen - jedoch bedeuten zusätzliche Kamerateams nach Angaben Schönenborns einen großen finanziellen Aufwand, der nicht für alle Spiele realisierbar sei.

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