Ein Polizist greift mit einem Schlagstock Demonstranten an, die sich mit Schirmen schützen. | Bildquelle: AP

Polizei setzt Pfefferspray ein Neue Ausschreitungen in Hongkong

Stand: 13.07.2019 19:02 Uhr

In Hongkong ist es bei Protesten gegen chinesische Händler zu neuen Ausschreitungen gekommen. Tausende Menschen zogen durch die Straßen des Grenzortes Sheung Shui. Es kam zu Rangeleien, die Polizei setzte Pfefferspray ein.

Bei neuen Protesten in Hongkong ist es wieder zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten gekommen. Die Polizei setzte Pfefferspray und Schlagstöcke gegen die Demonstranten ein, die sich zu Tausenden an der Grenze zum Festland versammelt hatten.

Nach Angaben der Polizei hatten Demonstranten versucht, Polizisten anzugreifen, die bei einem Streit zwischen Demonstranten und örtlichen Geschäftsleuten eingreifen wollten. Daraufhin seien sie gegen die Demonstranten vorgegangen. Die Protestbewegung warf der Polizei hingegen vor, ohne Vorankündigung Gewalt angewandt zu haben.

Demonstrationen gegen Grenzhändler in Hongkong | Bildquelle: AP
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"Setzt die Gesetze durch - stoppt die Grenzhändler" steht auf den Plakaten der Demonstranten.

"Parallelhändler" sorgen für Unmut

Der Protest richtete sich gegen sogenannte chinesische Parallelhändler, die in den unzähligen Drogerien und Apotheken im Hongkonger Vorort Sheung Shui einkaufen, weil in Hongkong keine Mehrwertsteuer auf diese Produkte erhoben wird. Später werden die Waren auf der anderen Seite der Grenze teurer verkauft.

Die chinesischen Händler in Sheung Shui, aber auch Touristen und Einwanderer vom chinesischen Festland sorgen in Hongkong mit seinen horrenden Mieten seit langem für Zündstoff. Der Handel sorgt für steigende Preise und leere Regale in den Geschäften in den New Territories genannten Nachbarschaften nahe der Grenze zur Volksrepublik. Auch lassen die Händler oft Verpackungen einfach auf den Straßen liegen.

Seit 1997 sind rund eine Million Festland-Chinesen in die Sonderverwaltungszone gezogen. Einige Demonstranten bezeichneten chinesischen Einwanderer als "Heuschrecken".

Hongkong: Proteste in Grenzstadt gegen chinesiche Händler vom Festland
13.07.2019

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Großdemonstrationen gegen Regierung

In Hongkong gibt es seit Wochen Proteste, die sich zunächst vor allem gegen ein geplantes Auslieferungsgesetz richteten. Dieses würde es den Behörden Hongkongs erlauben, von China beschuldigte Personen an die Volksrepublik auszuliefern. Die meisten der Proteste verliefen friedlich. In den vergangenen Wochen gab es aber auch gewaltsame Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Polizisten.

Trotz der Zusage von Regierungschefin Carrie Lam, das umstrittene Gesetz dauerhaft auf Eis zu legen, hat die Bewegung weitere Massenproteste angekündigt. Lam weigert sich bisher, der Forderung der Demonstranten nachzukommen, das Auslieferungsgesetz endgültig von der Parlamentsagenda zu nehmen.

Zudem fordert die Protestbewegung eine Untersuchung von Polizeigewalt bei den Protesten, die Freilassung festgenommener Demonstranten sowie den Rücktritt Lams.

Die frühere britische Kronkolonie wird seit der Rückgabe 1997 an China nach dem Grundsatz "ein Land, zwei Systeme" als eigenes Territorium autonom regiert. Anders als die Menschen in der Volksrepublik genießen die Hongkonger nach dem Grundgesetz für die chinesische Sonderverwaltungsregion das Recht auf freie Meinungsäußerung sowie Presse- und Versammlungsfreiheit.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 13. Juli 2019 um 20:00 Uhr.

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