Beerdigung einer an Covid-19 gestorbenen Weltkriegsveteranin in Massachussetts | AP

Todesfälle und Neuinfektionen Traurige Höchstwerte in den USA

Stand: 17.12.2020 08:18 Uhr

Die US-Gesundheitsbehörden melden mit 3656 Corona-Todesfällen binnen eines Tages und fast 250.000 Neuinfektionen neue Höchstwerte. Indes läuft die Impfkampagne - auch mit prominenten US-Politikern.

Seit mehr als einem Monat breitet sich das Coronavirus in den USA wieder in besonders hohem Tempo aus. Die Gesundheitsbehörden haben erneut Höchstwerte gemeldet. Binnen 24 Stunden sind 3656 Menschen an oder mit dem Corona-Virus gestorben, wie die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore auf ihrer Internetseite mitteilte. 247.403 weitere US-Bürger haben sich demnach neu mit dem Virus infiziert.

Insgesamt registrierten die US-Behörden seit Beginn der Pandemie rund 16,9 Millionen Infektionen mit dem Virus, die Zahl der Todesfälle liegt bei 307.501. Damit sind die Vereinigen Staaten von den absoluten Zahlen her das am stärksten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums befinden sich derzeit etwa 113.000 Menschen wegen Behandlungen einer Corona-Infektion in Krankenhäusern.

Impfkampagne ist gestartet

Zur Eindämmung der Pandemie haben die Gesundheitsbehörden am Montag mit großangelegten Impfungen begonnen. Zunächst soll vorrangig Gesundheitspersonal und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen geimpft werden. Die US-Arzneimittelaufsicht FDA hatte in der vergangenen Woche eine Notfallzulassung für den Impfstoff der Mainzer Firma Biontech und des US-Konzerns Pfizer erteilt.

Für Aufsehen sorgten im US-Staat Alaska zwei Impfungen mit unerwünschten Nebenwirkungen. Eine Mitarbeiterin des Gesundheitswesens habe nach der Impfung eine schwere Reaktion auf das Mittel gezeigt, teilte das Regionalkrankenhaus Bartlett in Juneau mit. Die Patientin sei errötet und habe sich außer Atem gefühlt. Die Diagnose danach war laut Beamten ein allergischer Schock. Eine weitere Person sei am Mittwoch unter Nebenwirkungen geimpft worden und habe sich danach wieder vollständig erholt.

US-Politiker lassen sich öffentlich impfen

Um die Bevölkerung von der Sicherheit des Impfstoffs zu überzeugen, wollen sich daher auch prominente US-Politiker medienwirksam immunisieren lassen. So sollen US-Vizepräsident Mike Pence und seine Frau Karen am Freitag vor laufenden Kameras eine Impfung erhalten. Damit solle "die Sicherheit und Wirksamkeit" des Impfstoffs demonstriert und das Vertrauen der US-Bürger in die Impfung befördert werden, erklärte das Weiße Haus.

Auch der gewählte nächste Präsident Joe Biden will sich nach eigenen Worten ebenfalls in Kürze öffentlich impfen lassen. Der US-Chefimmunologe Anthony Fauci riet Biden zu einer raschen Impfung. Er solle sie lieber "früher als später" bekommen, sagte Fauci laut Biden.

Während des Starts der Impfkampagne wurden auch auf höchster Ebene weitere Corona-Fälle bekannt: Innenminister David Bernhardt wurde am Mittwoch positiv getestet. Er habe keine Symptome und werde in Quarantäne weiterarbeiten, teilte ein Ministeriumssprecher mit. Kurz zuvor hatte sich auch Außenminister Mike Pompeo in Quarantäne begeben, weil er Kontakt zu einer positiv getesteten Person hatte. Ein erster Test fiel laut State Department allerdings negativ aus.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. Dezember 2020 um 06:00 Uhr.