Eine überflutete Straße in Honduras. | Bildquelle: AFP

Wirbelsturm "Eta" wütet in Honduras und Nicaragua

Stand: 04.11.2020 18:08 Uhr

Hurrikan "Eta" ist an der Karibikküste von Nicaragua auf Land getroffen. Dort schwächte er sich zwar ab, sorgte als Tropensturm aber dennoch für erhebliche Schäden - auch im Nachbarland Honduras. Mindestens drei Menschen starben.

Der Tropensturm "Eta" hat im Norden von Nicaragua für heftigen Regen und zahlreiche Erdrutsche gesorgt. Der Wirbelsturm entwurzelte Bäume, deckte Dächer ab und ließ Flüsse über die Ufer treten. Mindestens drei Menschen kamen ums Leben.

Bei einem Erdrutsch in einer Mine in Nicaragua wurden zwei Bergleute getötet, wie die Zeitung "La Prensa" berichtete. In Honduras wurde ein 13-jähriges Mädchen von einer einstürzenden Mauer erschlagen.

Hurrikan schwächt sich zu Tropensturm ab

Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 230 Kilometern pro Stunde war "Eta" als Hurrikan der zweitstärksten Kategorie vier nahe Puerto Cabezas im Nordosten von Nicaragua auf Land getroffen. Später schwächte sich "Eta" zu einem Tropensturm mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 95 Kilometern pro Stunde ab.

Allerdings bewegte sich der Sturm nur sehr langsam weiter und sorgte für extrem starken Regen. "Die Gefahr ist nicht vorbei", sagte der Leiter des nicaraguanischen Zivilschutzes, Guillermo González, der Zeitung "La Prensa". Es könne weitere Erdrutsche geben.

Nach einer ergiebigen Regenzeit in den vergangenen Monaten seien viele Böden bereits durchnässt und könnten kaum weiteren Regen aufnehmen, warnte Mario Montoya vom Humboldt-Zentrum.

Ein Mann entfernt in Puerto Cabezas in Nicaragua Schutt, nachdem der Sturm "Eta" durchgezogen ist. | Bildquelle: AFP
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Ein Mann entfernt Schutt in einem Haus in Puerto Cabezas. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 230 Kilometern pro Stunde war "Eta" als Hurrikan im Nordosten von Nicaragua auf Land getroffen.

Überschwemmungen und Erdrutsche auch in Honduras

Rund 30.000 Menschen aus den besonders gefährdeten Ortschaften an der nicaraguanischen Karibikküste wurden in Sicherheit gebracht. In der Region Bilwi stürzten Bäume um, wurden Straßen überflutet und fiel der Strom aus, wie "La Prensa" berichtete. Auch Häuser seien beschädigt worden. Soldaten begannen damit, die Straßen von Bäumen und umgestürzten Strommasten freizuräumen.

Auch aus dem benachbarten Honduras wurden Überschwemmungen und Erdrutsche gemeldet. Etwa 30 Ortschaften wurden von der Außenwelt abgeschnitten, weil Brücken einstürzten. Mindestens 90 Häuser wurden beschädigt, über 1300 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden, wie das Nachrichtenportal "Criterio" berichtete. "Auch wenn der Sturm an Kraft verliert, bleibt er eine Gefahr für unser Land. Deshalb ist es notwendig, Vorsicht walten zu lassen", schrieb der honduranische Katastrophenschutz auf Twitter.

Ungewöhnlich heftige Hurrikan-Saison

"Eta" ist der 28. Tropensturm im Atlantik in der laufenden Saison. So viele Tropenstürme gab es bislang nur im Jahr 2005. Die Hurrikan-Saison in der Karibik dauert noch bis zum 30. November.

Laut der Prognose des US-Hurrikanzentrums dürfte "Eta" nun weiter über Honduras und dann erneut auf die Karibik hinausziehen. Am Wochenende könnte der Tropensturm dann auf Kuba und den Süden des US-Bundesstaats Florida treffen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 04. November 2020 um 06:00 Uhr.

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