Konfrontation zwischen Präsident Trump und dem CNN-Reporter Acosta | Bildquelle: REUTERS

Streit um Akkreditierung CNN verklagt Trump

Stand: 13.11.2018 18:04 Uhr

Der US-Fernsehsender CNN will den Ausschluss seines Reporters aus dem Weißen Haus durch den US-Präsidenten nicht hinnehmen und hat eine einstweilige Verfügung beantragt. Es gehe um die Pressefreiheit.

Der Streit zwischen dem Weißen Haus und CNN spitzt sich weiter zu: Der US-Fernsehsender hat Klage gegen US-Präsident Donald Trump und weitere Regierungsmitglieder eingereicht.

Man habe bei einem Gericht in Washington eine einstweilige Verfügung gegen das Weiße Haus beantragt, teilte der Sender mit. Dadurch wolle man erreichen, dass Acosta "unverzüglich" seinen Presseausweis zurückbekomme. Nach einem Wortgefecht mit dem Journalisten bei einer Pressekonferenz am Mittwoch hatte der US-Präsident Acostas Ausschluss persönlich angeordnet.

CNN argumentiert, dass die "unrechtmäßige" Suspendierung sowohl den Sender als auch Acosta in ihren Rechten auf Pressefreiheit und ein ordnungsgemäßen Rechtsweg verletzt. Die Maßnahme des Weißen Hauses dürfe auch deswegen nicht unangefochten bleiben, da ansonsten eine "gefährliche abschreckende Wirkung für jeden Journalisten entstünde, der über unsere gewählten Amtsträger berichtet".

Donald Trump und Jim Acosta | Bildquelle: AP
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Trump und Acosta lieferten sich bei der Pressekonferenz einen Schlagabtausch.

Journalisten begrüßen Klage

Die Vereinigung der aus dem Weißen Haus berichtenden Korrespondenten begrüßte die Klage. Der Entzug von Acostas Akkreditierung sei eine "unverhältnismäßige" Maßnahme, erklärte der Vorsitzende Olivier Knox. Es gehöre nicht zu den Aufgaben des Präsidenten, "willkürlich die Männer und Frauen auszusuchen, die über ihn berichten". 

Trump und Acosta sind seit langem in eine Fehde verstrickt, die am Mittwoch vergangener Woche eskaliert war. Bei einer Pressekonferenz des Präsidenten lieferten die beiden sich einen Schlagabtausch über Trumps aggressive Rhetorik gegen die derzeitigen Migrantentrecks aus Zentralamerika. Nachdem Acosta sich zunächst geweigert hatte, der Aufforderung Trumps Folge zu leisten und das Mikrofon weiterzureichen, beschimpfte ihn der Präsident als "unverschämte, fürchterliche Person" und als "Volksfeind".

Den anschließenden Entzug der Akkreditierung für den CNN-Reporter begründete Trumps Sprecherin Sarah Sanders dann damit, dass dieser eine Praktikantin des Weißen Hauses angefasst habe. Die junge Frau hatte Acosta das Mikrofon abnehmen wollen.

Sanders goss Öl ins Feuer

Für zusätzliche Empörung bei vielen Trump-Kritikern sorgte zudem, dass Sanders auf Twitter ein offenbar gezielt manipuliertes Video des Vorfalls veröffentlichte. Die Sequenz ist darin beschleunigt - so dass es so wirkt, als würde Acosta auf den Arm der Praktikantin schlagen. US-Medienberichten zufolge war diese Video-Version zuerst von einem Mitarbeiter der auf Verschwörungstheorien spezialisierten US-Website "Infowars" verbreitet worden. 

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 13. November 2018 um 20:00 Uhr.

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