Einsatzkräfte in Brasilien kämpfen gegen die Brände. | Bildquelle: Joedson Alves/EPA-EFE/REX

Waldbrände in Brasilien Brasilien verbietet Rodung für 60 Tage

Stand: 30.08.2019 03:15 Uhr

Brasiliens Präsident Bolsonaro hat ein Dekret unterschrieben, dass die Brandrodung in seinem Land für die kommenden 60 Tage aussetzt. Internationale Firmen hatten zuvor ebenfalls den Druck auf ihn erhöht.

Wegen der Brände im Amazonasgebiet hat Brasilien Brandrodung für 60 Tage verboten. Präsident Jair Bolsonaro unterschrieb ein entsprechendes Dekret. Er war zuvor international für seinen Umgang mit der Krise kritisiert worden. Das Verbot fällt in die Zeit der Trockenperiode, wenn die meisten Brände in der Regel gesetzt werden.

Das Dekret erlaubt Ausnahmen, darunter Brände, die als gesund für das pflanzliche Leben angesehen werden und wenn sie von indigener Bevölkerung gelegt werden, die Subsistenz-Landwirtschaft betreiben.

Timberland und Vans kaufen kein Leder aus Brasilien mehr

Derweil hat der Mutterkonzern der Modemarken Timberland und Vans angekündigt, angesichts der Brände im Amazonas-Regenwald kein Leder aus Brasilien mehr kaufen zu wollen. Der US-Modekonzern VF Corp., dem auch die Marken The North Face, Eastpak und Dickies gehören, teilte mit, er werde auch kein Fell brasilianischer Anbieter mehr beziehen bis sichergestellt sei, dass die Materialien "nicht zu den Umweltschäden in dem Land beitragen".

Viele der Brände wurden mit dem Ziel gelegt, den Wald zu vernichten, um Weiden für Vieh und Ackerland zu schaffen. VF hat nach eigenen Angaben bislang einen kleinen Teil seines Leders aus Brasilien bezogen.

Erstes von G7 finanziertes Löschflugzeug im Einsatz

Wenige Tage nach dem Ende des G7-Gipfels in Biarritz ist derweil das erste von den G7 finanzierte Löschflugzeug im Amazonasgebiet im Einsatz. Das Flugzeug sei am Mittwoch in Paraguay gestartet, um das Land im Kampf gegen die Waldbrände im Amazonas-Gebiet zu unterstützen, teilte die französische Präsidentschaft mit.  Weitere Flugzeuge sollten "in den kommenden Stunden" starten und vor allem in Bolivien zum Einsatz kommen.

Das nördliche Nachbarland von Brasilien wird derzeit ebenfalls von schweren Waldbränden heimgesucht.  Die G7 hatten am Montag Soforthilfen in Höhe von 20 Millionen Dollar (18 Millionen Euro) für den Kampf gegen die verheerenden Waldbrände in Südamerika bewilligt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 30. August 2019 um 10:00 Uhr.

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