Ethiopian airlines 737 Max Absturz  | Bildquelle: REUTERS

Abstürze der 737 Max Pilot verklagt Boeing-Konzern

Stand: 26.06.2019 12:05 Uhr

Nach den Abstürzen zweier Verkehrsflugzeuge vom Typ 737 Max hat ein Pilot Klage gegen den Luftfahrtkonzern Boeing eingereicht. Der Mann wirft dem Unternehmen eine "beispiellose Vertuschung" vor.

Die Vorwürfe des Piloten gegen Boeing sind weitreichend: Boeing und auch die US-Luftfahrtbehörde FAA hätten die Fehler des Modells 737 Max gekannt. Die Abstürze und die folgenden Flugverbote seien deshalb "vorhersehbar" gewesen. Der Flugzeugführer war nach eigener Aussage "gewissermaßen gezwungen gewesen, die Boeing-Maschinen zu fliegen".

ARCHIV - 22.03.2019, USA, Seattle: Eine Boeing 737 Max 8, die für Oman Air gebaut wurde, rollt auf dem Boeing Field an einem Hangar von Boeing vorbei. (zu dpa «British-Airways-Mutter plant Großauftrag für Boeings Krisenjet») Foto: Ted S. Warren/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Bildquelle: dpa
galerie

Eine Boeing 737 Max 8, die für Oman Air gebaut wurde. 22.3.2019

Dadurch habe er nicht nur sich selbst, sondern auch die Crew und Passagiere in Lebensgefahr gebracht. Weitere Anklagepunkte lauten: erhebliche Einkommenseinbußen sowie "schweres emotionales und mentales Leid".

"Pilot X" klagt an

Der Kläger bleibt anonym. In den Gerichtsunterlagen wird er nur "Pilot X" von der "Airline X" genannt. Nach Angaben seiner Anwälte wurde die Klage bereits am Freitag bei einem Gericht im US-Bundesstaat Illinois eingereicht. Dort hat Boeing seinen Hauptsitz.

Den Anwälten zufolge ist der Rechtsstreit als Sammelklage angelegt. 400 weitere Piloten könnten sich ihr anschließen. Boeing äußerte sich auf Nachfrage zunächst nicht zu dem Rechtsstreit.

Boeing 737 Max Absturz Opfer | Bildquelle: AFP
galerie

Die Mutter eines der Opfer an Bord des "Ethiopian Airlines"-Fluges.

Zwei Abstürze in fünf Monaten: 348 Tote

Die beiden Maschinen vom Typ 737 Max waren im Oktober 2018 und im März 2019 abgestürzt. Sie gehörten der indonesischen "Lion Air" sowie der äthiopischen "Ethiopian Airlines".

Dabei kamen insgesamt 348 Menschen ums Leben. Den vorläufigen Ermittlungen zufolge waren fehlerhafte beziehungsweise ausgeschaltete Sensoren die Ursache.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 26. Juni 2019 um 11:37 Uhr.

Darstellung: