Ali Akbar Salehi | Bildquelle: picture alliance/AP Photo

Streit um Atomabkommen Iran erhöht Zahl der Uran-Zentrifugen

Stand: 05.06.2018 14:26 Uhr

Die Zukunft des Atomabkommens ist weiter unsicher. Nun hat der Iran die Internationale Atomenergiebehörde informiert, dass die Zahl seiner Zentrifugen zur Urananreicherung erhöht wird. Israel reagierte scharf.

Nachdem die USA das Abkommen über das iranische Atomprogramm verlassen haben, ist die Zukunft des Abkommens weiter unsicher. Der Iran hat die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) nun darüber informiert, dass er die Anzahl seiner Zentrifugen zur Urananreicherung erhöhen wird.

Ein entsprechender Brief sei am Montag an die IAEA übergeben worden, teilte Vize-Präsident Ali Akbar Salehi laut der Nachrichtenagentur Fars mit. Womöglich könne schon Mittwochabend in der Urananreicherungsanlage Natans ein Zentrum zur Produktion von neuen Zentrifugen eröffnet werden.

Israel droht mit Militärschlag

Israel verurteilte die Ankündigung scharf und drohte mit einem militärischen Angriff. Regierungschef Benjamin Netanyahu erklärte in einer Videobotschaft, der Iran wolle "ein Arsenal von Atombomben" produzieren, um Israel zu zerstören. Dies werde man nicht zulassen. Geheimdienstminister Israel Katz erklärte, wenn die Führung in Teheran ihr Programm wieder aufnehme, werde "eine internationale Koalition unter US-Führung den Iran vorwarnen und dann militärisch angreifen".

Die iranische Anlage zur Uran-Anreicherung in Natans
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In der Urananreicherungsanlage Natans wurde die Zahl der Zentrifugen nach dem Abkommen deutlich reduziert.

Der Iran hatte in der Folge des internationalen Atomabkommens von Juli 2015 die Zahl seiner Zentrifugen in Natans und der Urananreicherungsanlage Fordo deutlich reduziert. Zudem sagte er zu, Uran nicht länger auf 20 Prozent anzureichern, sondern nur noch auf weniger als vier Prozent.

Die Anreicherung auf 20 Prozent gilt als wichtiger Schritt zur Produktion von atomwaffenfähigem Uran. Für eine Atombombe sind 80 bis 90 Prozent nötig.

Iran warnte bereits vor Urananreicherung

Im Gegenzug für die Zugeständnisse des Iran wurden die internationalen Sanktionen aufgehoben. US-Präsident Donald Trump entschied Anfang Mai, sich aus dem Atomabkommen zurückzuziehen und die ausgesetzten Finanz- und Handelssanktionen wiedereinzusetzen.

Der Iran warnte daraufhin, dass er die Urananreicherung wieder hochfahren werden, wenn die europäischen Vertragspartnern ihm nicht konkrete Garantien geben würden, um die iranische Wirtschaft vor den neuen US-Sanktionen zu schützen.

Die anderen Mitunterzeichner des Atomabkommens, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, China und Russland, halten daran fest.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. Juni 2018 um 04:43 Uhr.

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