Benigno Aquino  | REUTERS

Ex-Präsident der Philippinen Benigno "Noynoy" Aquino gestorben

Stand: 24.06.2021 10:27 Uhr

Der frühere philippinische Präsident Benigno "Noynoy" Aquino ist tot. Der 61-Jährige starb, nachdem er in ein Krankenhaus eingeliefert worden war. Aquino war von 2010 bis 2016 Staatschef der Philippinen.

Der philippinische Ex-Präsident Benigno "Noynoy" Aquino war das 15. Staatsoberhaupt des südostasiatischen Inselstaates. Er starb im Alter von 61 Jahren, wie die Regierung in Manila bestätigte. Medienberichten zufolge soll der Politiker, der von 2010 bis 2016 an der Spitze des Landes stand, schwer krank gewesen sein.

"Wir sind dem ehemaligen Präsidenten für seinen Beitrag und seine Dienste für das Land dankbar und bitten unser Volk, für seine ewige Ruhe zu beten", sagte Regierungssprecher Harry Roque. Die Flaggen wurden als Zeichen der Trauer auf halbmast gesetzt.

Eltern gelten als Legenden der Demokratiebewegung

Aquino stammt aus einer berühmten und von vielen Philippinern verehrten Familie. Seine Eltern gelten bis heute als Legenden der Demokratiebewegung. Der Vater, Benigno "Ninoy" Aquino, war einer der schärfsten Widersacher des ehemaligen Diktators Ferdinand Marcos und führte die Opposition aus dem Exil. 1983 wurde er bei seiner Rückkehr am Flughafen von Manila von Marcos-Schergen erschossen. Die Mutter, Corazón Aquino, wurde Marcos' Nachfolgerin und leitete eine neue Zeit auf den Philippinen ein.

Anders als seine charismatischen Eltern wirkte der Junggeselle Aquino junior aber eher blass. Andererseits brachte ihm sein skandalfreies Image als "Mann von nebenan" Pluspunkte im Volk ein.

Anti-Korruption und Wirtschaftswachstum

Als innenpolitische Erfolge galten Aquinos Anti-Korruptions-Kampagne und ein Friedensabkommen mit muslimischen Rebellen auf der Insel Mindanao. Er profitierte vom guten Ruf seiner Familie und erzielte während seiner Amtszeit ein durchschnittliches jährliches Wirtschaftswachstum von etwas mehr als sechs Prozent, das höchste seit den 1970er Jahren. Gleichzeitig lebte aber ein Viertel der Bevölkerung weiterhin in Armut.