Maurer arbeiten am Rohbau eines Reihenhauses | Bildquelle: dpa

Wachstum zum Jahresanfang Deutsche Wirtschaft erholt sich

Stand: 23.05.2019 11:37 Uhr

Nach einer Flaute wächst die deutsche Wirtschaft wieder. Insbesondere der Bauboom und die Kauflust der Verbraucher kurbelten das Wachstum im ersten Quartal an. Doch es droht ein Rückschlag.

Getragen vor allem vom Bauboom und der Kauflust der Verbraucher ist die deutsche Wirtschaft zum Jahresanfang wieder gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im ersten Quartal 2019 gegenüber dem Vorquartal um 0,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Die Wiesbadener Behörde bestätigte damit erste Daten.

Verbraucher in Kauflaune

Die Verbraucher sind aufgrund der historisch guten Lage auf dem Arbeitsmarkt und gestiegener Einkommen in Kauflaune. Die Konsumausgaben stiegen um 1,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Ein ähnlich starkes Plus habe es zuletzt im Jahr 2011 gegeben, erklärte die Behörde. Die Bau-Investitionen legten um 1,9 Prozent zu, die Branche profitierte dabei auch von dem vergleichsweise milden Winter.

Zum Wachstum trugen auch gestiegene Investitionen der Unternehmen in Maschinen und andere Ausrüstungen bei. Die Nachfrage aus dem Ausland wuchs. Die Exporte von Waren und Dienstleistungen kletterten stärker als die Importe. Die Konsumausgaben des Staates, zu denen unter anderem soziale Sachleistungen und Gehälter der Mitarbeiter zählen, waren hingegen rückläufig. Internationale Handelskonflikte belasten die exportorientierte deutsche Wirtschaft. Die Konsumausgaben des Staates, zu denen unter anderem soziale Sachleistungen und Gehälter der Mitarbeiter zählen, waren rückläufig.

Experten erwarten Delle

"So erfreulich die Rückkehr des Wachstums zu Jahresbeginn auch ist, eine überzeugende Trendwende zum Besseren markiert sie nicht", argumentierte KfW-Experte Klaus Borger. Im zweiten Quartal sei ein Rückschlag zu erwarten, hierfür sprächen vor allem gesunkene Aufträge in der Industrie. Zudem dürfte es bei den Bauinvestitionen nach dem Extraschub zum Jahresanfang eine Delle geben.

Nach Einschätzung von Carsten Brzeski, ING-Chefvolkswirt Deutschland, sorgt vor allem der Handelskonflikt zwischen den USA und China für Gegenwind. Die beiden größten Volkswirtschaften der Welt sind die wichtigsten Einzelmärkte für "Made in Germany". Zudem könnten höhere Ölpreise die starke Binnennachfrage belasten, argumentierte Brzeski.

Bereits im zweiten Halbjahr 2018 hatte Europas größte Volkswirtschaft belastet von internationalen Handelskonflikten und Problemen der Autoindustrie bei der Umstellung auf den Verbrauchs- und Abgasmessstandard WLTP geschwächelt. Zum Jahresende stagnierte die Wirtschaftsentwicklung, im dritten Quartal war das Bruttoinlandsprodukt sogar geschrumpft.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 23. Mai 2019 um 11:00 Uhr.

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