Donald Trump und David Malpass | Bildquelle: AP

Neuer Weltbank-Chef Trump nominiert Malpass

Stand: 06.02.2019 20:59 Uhr

Nach dem Rücktritt des Weltbank-Präsidenten Kim hat Trump nun den US-Kandidaten für den Posten nominiert. Seinem Willen nach soll der Ökonom Malpass das Amt übernehmen - ein bekennender Weltbank-Kritiker.

US-Präsident Donald Trump hat den 62-Jahre alten Ökonom David Malpass als neuen Präsidenten der Weltbank vorgeschlagen. Malpass, bisher als Staatssekretär im Finanzministerium tätig, soll Jim Yong Kim ersetzen, der im Januar überraschend sein Amt an der Spitze der Organisation niedergelegt hatte. Das letzte Wort haben die Gremien der Weltbank.

Trump beschrieb Malpass als "hochrespektierten" und "brillanten" Mann. Es könne "keinen besseren Kandidaten" für die Leitung der Weltbank geben. Malpass selber kündigte an, er wolle sich für "konstruktive Reformen" bei der multinationalen Entwicklungsbank einsetzen. 

Rufe nach Reform

189 Mitgliedsländer gehören der Organisation an, die vor allem Projekte zur Armutsbekämpfung unterstützt. Traditionsgemäß stellen die USA den Präsidenten, während die Schwesterorganisation, der Internationale Währungsfonds (IWF), von einem Europäer geführt wird. Derzeit ist dort die Französin Christine Lagarde an der Spitze.

Allerdings hatte es zuletzt Rufe nach einer Reform dieser Regelung gegeben. Den US-internen Auswahlprozess habe Finanzminister Steven Mnuchin gemeinsam mit Präsidententochter Ivanka Trump geführt, verlautete aus dem Weißen Haus.

Kritik an multilateralen Organisationen

Die Nominierung von Malpass dürfte auf Bedenken stoßen. Kritiker werfen dem Ökonomen etwa vor, dabei versagt zu haben, die weltweite Finanzkrise kommen zu sehen. Sie sprechen ihm die nötige Qualifikation für den Spitzenposten bei der Weltbank ab. Noch 2007 - auf dem Höhepunkt der Immobilienblase - schrieb Malpass in einem Beitrag für das "Wall Street Journal", "der Immobilienmarkt und die Verschuldung spielen für die US-Wirtschaft keine so wichtige Rolle".

Zudem hatte sich Malpass in der Vergangenheit kritisch zu multilateralen Organisationen geäußert. Im November 2017, kurz nach seinem Eintritt in die US-Regierung, bezeichnete er die Kreditvergabepraxis von Weltbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) vor einem Kongressausschuss als "oft korrupt". Internationale Institutionen gäben "viel Geld" aus und seien aber "nicht sehr effizient".

Auch China und dessen Infrastrukturinitiative ("Seidenstraßen-Initiative") steht Malpass kritisch gegenüber. In China wird befürchtet, dass Kredite der Weltbank für von Peking dominierte Projekte in Entwicklungsländern künftig weniger gut fließen.

Die Weltbank sollte nach ihrer Gründung kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs den Wiederaufbau Europas voranbringen. Heute ist die Kernaufgabe der aus fünf Organisationen bestehenden Weltbankgruppe, die Armut in der Welt zu bekämpfen und die Lebensbedingungen der Menschen in Entwicklungsländern zu verbessern.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 06. Februar 2019 um 21:00 Uhr.

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