Matthias Müller | Bildquelle: dpa

VW-Chef Müller "Habe mir nichts vorzuwerfen"

Stand: 19.05.2017 10:32 Uhr

Im Zusammenhang mit dem Dieselskandal wird auch gegen VW-Konzernchef Matthias Müller ermittelt. Er wehrt sich gegen den Verdacht der Marktmanipulation und sagt nun in einem Interview, er habe sich "nichts vorzuwerfen".

VW-Chef Matthias Müller hat vor dem Hintergrund der Ermittlungen wegen Marktmanipulation eine persönliche Verantwortung zurückgewiesen. "Ich habe mir persönlich nichts vorzuwerfen", sagte Müller dem "Handelsblatt". "So wie die anderen Betroffenen auch", fügte der Konzernchef hinzu. Vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft Stuttgart im Zusammenhang mit dem Dieselskandal gegen Müller ermittelt - er sitzt seit 2010 im Vorstand der Volkswagen-Hauptaktionärin Porsche SE. Neben Müller werden auch gegen den VW-Aufsichtsratsvorsitzenden Hans Dieter Pötsch sowie Müllers Vorgänger an der VW-Spitze, Martin Winterkorn, in Stuttgart Ermittlungen geführt.

Den Beschuldigten wird vorgeworfen, die Porsche-Anleger "bewusst" verspätet über die finanziellen Folgen des Dieselskandals informiert zu haben. "Wir sind überzeugt, dass wir alle kapitalmarktrechtlichen Publizitätspflichten ordnungsgemäß und verantwortungsvoll erfüllt haben", sagte Müller nun im Interview.

Weitere Verfahren laufen

Müller wünschte sich im Gespräch mit dem "Handelsblatt" ein rasches Ende der Ermittlungen. "Da entsteht immer aufs Neue ein Stück Unsicherheit für alle hier im Unternehmen", sagte er. VW-Lkw-Chef Andreas Renschler betonte, dass der Konzern die Ermittlungen unterstütze. Nicht nur in Stuttgart - auch bei der Staatsanwaltschaft in Braunschweig laufen gegen Pötsch, Winterkorn und VW-Markenchef Herbert Diess Verfahren wegen möglicher Marktmanipulationen im Zusammenhang mit der Abgasaffäre.

Müller kritisierte im Gespräch auch die Vorstandsstruktur des Konzerns unter seinem Vorgänger Winterkorn: "Ich schätze Dr. Winterkorn sehr, aber ganz objektiv betrachtet hatte er einfach zu viele Ämter. Er war CEO des Volkswagen-Konzerns, leitete die Marke VW Pkw und den Forschungs- und Entwicklungsbereich der Volkswagen AG. Und dann war er noch Vorstandsvorsitzender der Porsche SE." In der heutigen Zeit funktioniere das so nicht, betonte Müller.

Müller schaut sich bereits nach Nachfolgern um

Müller ist seit Herbst 2015 VW-Chef, er kam kurz nach Bekanntwerden der Abgasaffäre an die Konzernspitze. Sein Vertrag läuft noch bis Mitte 2020. Er stellt aber bereits jetzt die Weichen für die Zeit danach. "Ich spreche schon jetzt mit dem Aufsichtsrat darüber, wer mein Nachfolger werden könnte", sagte Müller dem "Handelsblatt". Nach seinem Wunsch soll sein Nachfolger "aus den eigenen Reihen" kommen. Neben seinen Posten bei VW und Porsche ist Müller Aufsichtsratsvorsitzender bei Audi.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 19. Mai 2017 um 11:00 Uhr.

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